| 20:19 Uhr

Großer Applaus für Musik von der Baustelle

Saarbrücken. In der dunklen Tiefe der Bühne sind ein erhöht aufgebautes Drum-Set sowie eine Perkussions-Gruppe zu erahnen. Nur ein einziger Lichtkegel, ausgerichtet auf einen Gong, lässt sein Metall aufleuchten und wirft einen bronzen-orangenen Halbschatten auf die Bühne

Saarbrücken. In der dunklen Tiefe der Bühne sind ein erhöht aufgebautes Drum-Set sowie eine Perkussions-Gruppe zu erahnen. Nur ein einziger Lichtkegel, ausgerichtet auf einen Gong, lässt sein Metall aufleuchten und wirft einen bronzen-orangenen Halbschatten auf die Bühne. Durch eine Tür treten zwei geweißte Hände aus dem Bühnenbild heraus und klatschen: erst langsam, im Gleichtakt, dann immer schneller und komplexer. Die Hände gehören Max Riefer und Fedor Podranski, die zusammen mit der Truppe um Solopauker Matthias Weißenauer zu einem Konzert der etwas anderen Art ins Staatstheater geladen haben. Mit der Bemerkung, dass dieses Konzert schon allein deshalb etwas Besonderes sei, weil es mit dem Applaus begonnen habe, kündigt Riefer zunächst auskomponierte Werke für Schlagwerk von Reich, Yanov-Yanovski, Zivkovic und Zappa an. Den wirklich tosenden Beifall erhalten die sieben Perkussions-Solisten erst für die Szenerie der zweiten Hälfte. Schauplatz ist eine Baustelle, statt auf gewöhnliche Trommeln und Toms wird auf Benzinfässer gehämmert. Die klassische Klang- und Geräuscherzeugung wird einfallsreich erweitert: etwa durch die beiden ineinander gesteckten Plastikrohre, deren Länge gleich der Technik einer Posaune variiert wird, so dass das bloße Trommeln auf ihnen unterscheidbare Tonhöhen zulässt. Auch Gags fehlen nicht; so etwa, wenn die Akteure aus einer flachen Kiste eine Stehleiter herausziehen: Die Kiste indes verdeckt die Öffnung des Souffleurkastens. Zum großen Finale spielen die Musiker schließlich auf zusammengeschweißten Heizungsrohren. anw