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| 20:37 Uhr

Lebensmittelkontrolle
Glühwein und Punsch sind sicher

Lebensmittelkontrolleur Alexander Hoeppner (l.) lässt sich auf dem Saarbrücker Christkindlmarkt von Glühwein-Verkäuferin Jessica Montaperto den Füllstand einer Probe anzeigen.
Lebensmittelkontrolleur Alexander Hoeppner (l.) lässt sich auf dem Saarbrücker Christkindlmarkt von Glühwein-Verkäuferin Jessica Montaperto den Füllstand einer Probe anzeigen. FOTO: Katja Sponholz / dpa
Saarbrücken. Zu kalt, zu wenig Alkohol? Lebensmittelkontrolleure prüfen genau, was auf den Weihnachtsmärkten eingeschenkt wird.

Fünf Grad, kein Regen, Sonnenschein. Ideales Wetter für einen Weihnachtsmarkt-Besuch. Auch Katrin Hermes, Dieter Joachim und Alexander Hoeppner haben die Buden mit Glühwein und Zimtsternen im Visier. Doch während hunderte andere Menschen auf dem Christkindlmarkt in Saarbrücken gerade ihre Mittagspause verbringen oder einkaufen, ist für die drei Kollegen Arbeit angesagt. „Guten Tag! Die Lebensmittelkontrolle!“, stellen sie sich an diversen Ständen vor.

„Ach! Alle Jahre wieder!“, kontert Maria Noch in ihrem Glühweinstand fröhlich. Angst vor der Kontrolle hat sie nicht, und es nervt sie auch nicht, dass die Gäste in ihre Hütte kommen, sich das Handwaschbecken zeigen lassen, Schilder überprüfen und Proben entnehmen. „Wir hatten noch nie Probleme“, sagt die Schaustellerin. „Wir trinken und verzehren unsere Produkte selbst, das bedeutet, dass alles sauber ist.“ Nur der Glühwein, bemängelt Katrin Hermes von der Landwirtschaftskammer nach einem Schluck, könnte etwas heißer sein. Aber kein Grund zur Beanstandung: Schließlich hat der Stand erst vor wenigen Minuten geöffnet, da ist die Weinkontrolleurin des Saarlandes großzügig.

Auch wenige Meter weiter am Crêpes-Stand drücken ihre Kollegen ein Auge zu und belassen es bei einer Belehrung. Denn laut Verordnung müssen die Kunden auch Hinweise zu Zusatzstoffen in den Lebensmitteln, die sie hier verzehren, finden können. „Wir könnten auch ein Verwarnungsgeld von bis zu 55 Euro erheben“, sagt Alexander Hoeppner. „Aber wir haben auch Ermessensspielraum.“ Ansonsten sei am Stand alles sauber und in Ordnung gewesen. Zudem sah Crêpes-Bäckerin Pamela Heilmann die Kritik sofort ein und zeigte sich kooperativ. Dass die Kontrolleure unangemeldet kommen und die Betriebe überprüfen, finde sie „richtig gut“, sagt sie: „Ich esse schließlich selbst überall und bin froh, wenn es sauber ist.“

Sauberkeit und das Einhalten von Dokumentationspflichten ist nur ein Aspekt, den sich die Mitarbeiter des Landesamtes für Verbraucherschutz vornehmen. Ihnen geht es auch um Sicherheit und Qualität der Lebensmittel selbst. Insgesamt besuchen die Kontrolleure in diesem Jahr rund 35 Weihnachtsmärkte mit knapp 500 Einzelständen im Saarland. Beim Glühwein wird vor allem getestet, ob er den vorgeschriebenen Anteil an Alkohol enthält (mindestens 7 und höchstens 14,5 Prozent), wie hoch der Zuckeranteil ist und ob er auch über den typischen Geschmack nach Zimt und/oder Gewürznelken verfügt. Bisher wurden 21 Proben ausgewertet, vier davon wurden beanstandet.

Schon vor Ort kann sich Katrin Hermes einen guten Eindruck von der Qualität machen. Die Weintechnologin und diplomierte Getränketechnologin schmeckt schnell, ob das Produkt überlagert wurde, wie es mit dem Sauerstoff aussieht, ob noch der Wein vom Vortag mit verwendet wurde oder das durch Zucker überdeckt werden sollte. Diskussionen, wenn sie nach einer Geschmacksprobe derartige Dinge kritisiert, gibt es mit den Standbetreibern nie. „Die schauen mich dann nur an und entsorgen es sofort“, sagt sie lächelnd.

Unter dem Strich habe sie ohnehin wenig zu beanstanden: Seit etwa neun Jahren ist sie auf den Weihnachtsmärkten unterwegs, und die Zahl der Beanstandungen liege bei unter fünf Prozent. „Das ist richtig gut“, sagt sie.