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Gitarrenland bringt die Krise mit

 Roser Loscos Tolmos (Violine), Marta Robles (Gitarre), Alba Carmona (Gesang) und Isabelle Laudenbach (Gitarre, von links) zelebrierten leidenschaftliche Musik eines jungen und modernen Spanien. Foto: Thorsten Wolf
Roser Loscos Tolmos (Violine), Marta Robles (Gitarre), Alba Carmona (Gesang) und Isabelle Laudenbach (Gitarre, von links) zelebrierten leidenschaftliche Musik eines jungen und modernen Spanien. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Ein treues Publikum, dazu Musiker, die mit Herzblut bei der Sache sind – das Gitarrenfestival ist Kult. Doch der Veranstaltung droht das Aus, beim Co-Ausrichter, dem Saarpfalz-Kreis, sorgt man sich um die Zustimmung des Partners aus Kusel. Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Es war ein beeindruckendes Finale, das das Gitarrenland-Festival, ausgerichtet von den Kreisen Kusel und Saarpfalz, seinen inzwischen eingeschworenen Fans am Samstagabend in der Aula des Homburger Mannlich-Gymnasiums bot: Der Auftritt des Quartetts Las Migas aus Barcelona gewährte einen tiefen Blick in das Spanien von heute zwischen Tradition, Moderne und Krise.

Was Roser Loscos Tolmos (Violine), Marta Robles (Gitarre), Alba Carmona (Gesang) und Isabelle Laudenbach (Gitarre) auf und von der Bühne zauberten, nannte Wolfgang Weigel, der musikalische Leiter des Festivals, "eine neue Idee, die ich bisher nur im Bereich der spanischen Literatur und des Kinos wahrgenommen habe. Diese Idee finde ich erst jetzt bei diesen vier jungen Frauen, die für das Spanien von heute stehen." Und dieses Spanien sei auch geprägt, so Weigel, von einer tiefen Wirtschaftskrise und einer junge Generation, die mit Perspektivlosigkeit zu kämpfen habe.

Dass die Situation Spaniens in der Tat so dramatisch ist, wie sie in den Medien geschildert wird, daran ließ Gitarristin Marta Robles im Gespräch mit unserer Zeitung keinen Zweifel aufkommen. "Für uns als Musiker, als Beispiel, ist es katastrophal. Und das gilt für andere Bereiche noch viel mehr. Wir als Musiker können noch in andere Länder reisen und dort unseren Erfolg suchen, andere müssen zu Hause bleiben."

Es war also hörbare europäische Gegenwart, die da am vergangenen Samstag in der Aula des Mannlich-Gymnasiums präsentiert wurde. Und ganz gleich, ob man des Spanischen nun mächtig war oder nicht: Das moderne musikalische Spanien der Las Migas war vor allem ein emotionales Wahrnehmen von Leidenschaft. Musikalisch auf höchstem Niveau lieferten Tolmos, Robles, Carmona und Laudenbach einen begeistert gefeierten Abschluss des Gitarrenland-Festivals.

Das warf vor Ort natürlich auch die Frage auf, wie es um die Zukunft eines Festivals bestellt sein wird, das sich in den zurückliegenden Jahren einen Ruf in der Region erworben hat. Die Antworten allerdings hörten sich einigermaßen zögerlich an. So sagte Weigel: "Wir können derzeit nicht ins Gitarrenland 2014 blicken. Ich würde das sehr gerne tun. Und in meinem Kopf gibt es natürlich eine Reihe von Themen und Interpreten. Aber ich bin abhängig von den Entscheidungen der Träger des Festivals. Und ich bin abhängig von der Hinwendung der Leute. So weiß ich, dass Saarpfalz-Landrat Clemens Lindemann hinter dem Festival steht. Ich hoffe, das auch von anderen sagen zu können." Auch Udo Steigner, Pressesprecher des Saarpfalz-Kreises, mochte noch keine abschließende Richtung für die Zukunft der Konzertreihe geben. "Ich kann wirklich nicht sagen, ob es ein Gitarrenland 2014 geben wird. Hier ist in erster Linie der Landkreis Kusel entscheidend. Für uns im Saarpfalz-Kreis ist aber ganz klar, dass es schön wäre, wenn es weiterginge. Wir haben eine tolle Resonanz in diesem Jahr gehabt."