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| 16:56 Uhr

Verdächtiges Pulver
Gift-Alarm in Illinger Rathaus

Rund hundert Einsatzkräfte waren in und um das Rathaus in Illingen im Einsatz. Die Sekretärin des Bürgermeisters hatte ein weißes Pulver in einem an den Bürgermeister adressierten Brief gefunden.
Rund hundert Einsatzkräfte waren in und um das Rathaus in Illingen im Einsatz. Die Sekretärin des Bürgermeisters hatte ein weißes Pulver in einem an den Bürgermeister adressierten Brief gefunden. FOTO: Heike Jungmann
Illingen. Chefsekretärin öffnet Brief mit verdächtigem Pulver, die Substanz stellt sich aber als harmlos heraus. Von Heike Jungmann

Die Betroffenheit stand Illingens Bürgermeister Armin König (CDU) am Mittwochmittag ins Gesicht geschrieben. Seine Sekretärin hatte am Morgen um 9.40 Uhr wie üblich die Post geöffnet. Aus einem an den „Bürgermeister der Gemeinde Illingen“ adressierten Brief rieselte weißes Pulver. Sofort sei sie in Alarmbereitschaft gewesen, wird dem Verwaltungschef später von Mitarbeitern berichtet. Doch die Sekretärin konnte nicht verhindern, dass das verdächtige Pulver auf ihre Hand rieselte. König selbst befand sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Rathaus, sondern war krank geschrieben zu Hause. Sofort seien Kollegen zu Hilfe gekommen, die unverzüglich einen Notruf absetzten. Innerhalb weniger Minuten wurden die Rathausstraße und Teile des Rathauses abgesperrt. Ein rund vierstündiger Einsatz für etwa 70 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Kreisgesundheitsamt und ABC-Zug des Landkreises begann. Der ABC-Zug ist eine „Spezialeinheit“ zur Abwehr von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren im Landkreis. Denn es bestand höchste Alarmstufe, ein Giftalarm konnte nicht ausgeschlossen werden.

Vom Landespolizeipräsidium wurden Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes zur Klärung der Gefahrenlage hinzugezogen. Gegen 14 Uhr stand fest, dass das weiße Pulver harmlos war. Wie Polizeisprecher Stephan Laßotta unserer Zeitung sagte, habe ein Schnelltest ergeben, dass von dem Pulver keine Gefahr ausgehe. Die Rechtsmedizin werde abschließende Untersuchungen vornehmen. Das Schreiben, das an den Bürgermeister der Gemeinde Illingen gerichtet gewesen sei, habe „beleidigenden Inhalt“, das Schreiben müsse allerdings nicht zwangsläufig politisch motiviert sein. Der Staatsschutz prüfe nun, ob der Brief zudem Drohpotential habe. Diese Vorgehensweise werde seit dem Attentat auf die damalige Oberbürgermeister-Kandidatin von Köln im Oktober 2015 angewandt, erklärte Laßotta. Anfang Januar 2016 hatte ein vermeintlicher Giftbrief im Neunkircher Rathaus für einen Großeinsatz gesorgt. Damals hatte es sich bei dem verdächtigen Pulver um Maismehl gehandelt.

Bürgermeister Armin König hat keinerlei Anhaltspunkte dafür, wer hinter dem Brief stecken könnte. Es gebe immer mal wieder anonyme Drohbriefe, aber noch nie sei ein verdächtiges Pulver hinzugefügt gewesen. Er hoffe auf Hinweise aus der Bevölkerung, die zur Ergreifung des Täters führen können. Die Sekretärin und eine weitere Person, die in einer nahe gelegenen Arztpraxis bis zur Klärung der Lage isoliert worden waren, konnten nach Abschluss des Einsatzes nach Hause. „Mir fällt ein Stein vom Herzen, auch und vor allem mit Blick auf die Betroffenen, die mit dem Pulver in Kontakt kamen, insbesondere meine Chefsekretärin“, erklärte der Verwaltungschef. Es seien quälend lange Stunden gewesen bis zur Entwarnung.