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Gewerkschaft plant „langen Streik“ an Saar-Schleusen

Güdingen. Der Streik an den Schleusen von Mosel und Saar wird lediglich für einige Tage unterbrochen. Dies teilte die Gewerkschaft Verdi gestern mit. adr

Sie vertritt die Angestellten der Wasser- und Schifffahrtsämter, die sich gegen eine Verlagerung ihrer Arbeitsplätze nach Trier und Bingen wehren. An der Saar-Schleuse in Güdingen sagte Verdi-Landesbezirksleiter Alfred Staudt am Freitag vor Streikenden: "Es wird ein langer Streik werden." Er sei mit dem Verhandlungsverlauf unzufrieden. Der für die Wasserwege zuständige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) stelle sich tot. Die Gewerkschaft verlange jedoch Bestandsschutz. Staudt sagte: "Ein mit der Bundeswehrreform vergleichbarer Tarifvertrag soll durch den Streik erzwungen werden." Inzwischen spüre auch die saarländische Wirtschaft erste Auswirkungen des Streiks an den Schleusen, so Staudt. "Die Stahlindustrie, die Kraftwerke und die Öllieferanten haben auf uns Druck ausgeübt", sagte er.

Der Bund plant nach Angaben von saarländischen Bundestagsabgeordneten weiterhin die Schließung der Saar-Schleuse bei Güdingen. Das berichteten Elke Ferner (SPD), Markus Tressel (Grüne) und Thomas Lutze ( Linke) vor Gewerkschaftsmitgliedern. Ein solches Vorhaben verstoße jedoch nicht nur gegen den deutsch-französischen Staatsvertrag, auch setze es im Jahr des 50. Jubiläums des Élysée-Vertrages ein falsches Signal, so Tressel. Martin Kempf vom Schifffahrtsamt erklärte dazu: "Technisch sind die Pläne, die Schleuse und das Wehr zu schließen, wegen des Hochwasserschutzes gar nicht umsetzbar."