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Polizei
Gewerkschaft der Polizei im Saarland stellt sich neu auf

GdP-Chef Ralf Porzel
GdP-Chef Ralf Porzel FOTO: Picasa
Saarbrücken/Püttlingen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), im Saarland mit 2700 Mitgliedern größte Interessenvertretung der Polizei-Beschäftigten, steht vor einem Generations- und Richtungswechsel. Der Landesdelegiertentag, der sich nächste Woche unter dem Leitthema „Gewerkschaft 4.0“ in der Püttlinger Stadthalle trifft, wird einen neuen Landesvorstand küren. Erklärtes Ziel ist es, so der noch amtierende Landeschef Ralf Porzel (51), die Gremien auf jüngere Beine zu stellen. Der Hauptkommissar, der 2014 als Nachfolger von Reinhold Schmitt zum Landesvorsitzenden gewählt wurde, steht für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung. Porzel, derzeit freigestellter Personalrat, tritt zurück ins Glied der GdP-Mannschaft. Seine Begründung für den Rückzug: In fast allen Kreisverbänden seien bereits Nachwuchskräfte am Ruder oder der Wechsel sei absehbar. Wenn sich der komplette Polizeiapparat im Land in seinen Strukturen zudem verjünge, sei auch die GdP gut beraten, sich für die kommenden vier Jahre neu aufzustellen. Porzel spricht aber auch von einem Richtungswechsel, der aus gewerkschaftlicher Sicht notwendig sei. Nachdem die GdP über acht Jahre hinweg die Politik der Schuldenbremse kritisch begleitet hat und viele Kompromisse akzeptiert habe, sei jetzt eine Kursänderung mit Blick auf das Ende der Schuldenbremse angesagt. Denn: Dass die GdP den geforderten Personalabbau und die Organisationsveränderungen konstruktiv begleitet habe, „hat uns gewerkschaftspolitisch eher geschadet“. Die GdP hat Mitglieder verloren, durchschnittlich zwischen 30 und 40 pro Jahr. Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP), im Saarland mit 2700 Mitgliedern größte Interessenvertretung der Polizei-Beschäftigten, steht vor einem Generations- und Richtungswechsel. Der Landesdelegiertentag, der sich nächste Woche unter dem Leitthema „Gewerkschaft 4.0“ in der Püttlinger Stadthalle trifft, wird einen neuen Landesvorstand küren. Erklärtes Ziel ist es, so der noch amtierende Landeschef Ralf Porzel (51), die Gremien auf jüngere Beine zu stellen. Der Hauptkommissar, der 2014 als Nachfolger von Reinhold Schmitt zum Landesvorsitzenden gewählt wurde, steht für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung. Porzel, derzeit freigestellter Personalrat, tritt zurück ins Glied der GdP-Mannschaft. Seine Begründung für den Rückzug: In fast allen Kreisverbänden seien bereits Nachwuchskräfte am Ruder oder der Wechsel sei absehbar. Wenn sich der komplette Polizeiapparat im Land in seinen Strukturen zudem verjünge, sei auch die GdP gut beraten, sich für die kommenden vier Jahre neu aufzustellen. Porzel spricht aber auch von einem Richtungswechsel, der aus gewerkschaftlicher Sicht notwendig sei. Nachdem die GdP über acht Jahre hinweg die Politik der Schuldenbremse kritisch begleitet hat und viele Kompromisse akzeptiert habe, sei jetzt eine Kursänderung mit Blick auf das Ende der Schuldenbremse angesagt. Denn: Dass die GdP den geforderten Personalabbau und die Organisationsveränderungen konstruktiv begleitet habe, „hat uns gewerkschaftspolitisch eher geschadet“. Die GdP hat Mitglieder verloren, durchschnittlich zwischen 30 und 40 pro Jahr.


Der Hoffnungsträger, der den Richtungswechsel vollziehen soll, heißt David Maaß (33). Der diplomierte Jurist ist seit 2010 bei der Polizei und arbeitet derzeit als Kommissar im Wach- und Streifendienst der Inspektion Völklingen. Maaß war von 2013 bis 2017 Vorsitzender der „Jungen Gruppe“ in der GdP und zeichnete unter anderem für die Aktion „Tacheles“ verantwortlich, die kritische Punkte der Polizeireform zugespitzt präsentierte. Maaß will, so er denn gewählt wird, mit einem neuen Team antreten, um den „gewerkschaftlichen Anspruch an eine gute Polizei neu zu formulieren“.

GdP-„Hoffnungsträger“ David Maaß
GdP-„Hoffnungsträger“ David Maaß FOTO: GdP