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| 21:20 Uhr

Gewaltbereitschaft macht der Polizei Sorgen

Saarbrücken. 19 413 Straftaten hat die Polizei in ihrem Bezirk Saarbrücken-Stadt im vergangenen Jahr registriert. Das sind 1400 mehr als im Jahr zuvor und genau so viele wie 2006. Diese Zahlen präsentierte der Leiter des Polizeibezirks, Peter Becker, dem Ältestenrat der Saarbrücker Zeitung Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. 19 413 Straftaten hat die Polizei in ihrem Bezirk Saarbrücken-Stadt im vergangenen Jahr registriert. Das sind 1400 mehr als im Jahr zuvor und genau so viele wie 2006. Diese Zahlen präsentierte der Leiter des Polizeibezirks, Peter Becker, dem Ältestenrat der Saarbrücker Zeitung. Der Polizeibezirk umfasst alle Saarbrücker Stadtteile außer Dudweiler, Gersweiler, Klarenthal und Altenkessel.Dass die Zahl gestiegen ist, liege auch daran, dass mehr kontrolliert worden ist, erklärt Becker. Mehr als die Hälfte der Steigerung komme daher, dass Kaufhausdetektive und Saarbahn- und Buskontrolleure mehr Ladendiebe und Schwarzfahrer erwischt haben. Dennoch: Becker will die Zahlen nicht schönreden. "Sorgen macht uns die gestiegene Gewaltbereitschaft, die sich in den deutlichen Steigerungen im Bereich der Körperverletzungsdelikte, aber auch beim Widerstand gegen Polizeibeamte zeigt", sagt er.Wobei er den Senioren, die genau wissen wollten, wie gefährdet sie in der Stadt denn sind, keine Angst machen wollte. Ganz im Gegenteil. Oft sei die Angst unbegründet. Obwohl etwa ein Viertel der Saarbrücker über 60 Jahre alt ist, liegt ihr Anteil an den Opfern von Gewaltverbrechen in Saarbrücken bei 6,6 Prozent. Der Anteil der Menschen über 60 an den im Straßenverkehr Verunglückten liegt bei 13,2 Prozent. Becker: "Die Wahrscheinlichkeit, dass man Ihnen die Knochen kaputtfährt, ist doppelt so hoch wie dass ein Räuber Ihnen die Handtasche klaut.""Leicht zu senken" ist aus Sicht der Polizei die Zahl der Diebstähle aus Autos. "Wenn Autofahrer zukünftig nicht mehr ihre mobile GPS-Geräte beim Verlassen des Autos, auch am Tag, an der Windschutzscheibe hängen lassen würden und auch keine Wertsachen offen im Auto liegen lassen würden", gebe es auch weniger eingeschlagene Autoscheiben.Polizei braucht HilfeDie Polizei sei aber nicht nur auf kluges Verhalten der Autofahrer, sondern auch auf Bürger angewiesen, die Augen und Ohren offenhalten. Die Polizei habe mal getestet, wie leicht es ist, am hellichten Tag in ein Wohnhaus einzubrechen. Ein Beamter in Sportkleidung sei hinter Häuser gegangen, habe teilweise die Nachbarn freundlich gegrüßt. Einige Nachbarn hätten sogar freundlich zurückgegrüßt. Die Polizei informiert habe niemand.Gerade Wohnungseinbrüche können aber - unabhängig davon, was gestohlen wurde - schwerwiegende Folgen haben. "Wir kennen Fälle, in denen Menschen ihre Häuser verkaufen, weil ein Einbrecher drin war." Das habe nichts mit dem Kopf zu tun, sondern mit dem Bauch, sagt Becker. Weil viele Probleme, auch das der Gewaltbereitschaft, ein gesellschaftliches Problem sind, wie Ältestenratsmitglied Jakob Seiwerth sagte, ist die Polizei auf Zusammenarbeit mit anderen Institutionen angewiesen, betonte Becker. So arbeiten Polizei, Stadtverwaltung, soziale Dienste, das City-Marketing und der Verein für Handel und Gewerbe zusammen, um Probleme in der Innenstadt zu lösen.Die 360 Polizisten, die Becker in seinem Bezirk zur Verfügung hat, können nicht überall sein, betont er. Deshalb sei es auch nicht möglich, wie von Ältestenratsmitglied Axel Egler angeregt, Kontaktbeamte in allen Stadtteilen einzusetzen. Das Problem sei, dass die Polizei rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche im Dienst ist. Deshalb könne sie dauerhafte Kontaktbeamte nur dort einsetzen, wo die "ausgelastet" sind. So überlege die Polizei, ein Kontakt-Büro am Burbacher Markt einzurichten.

Auf einen BlickIm SZ-Ältestenrat diskutierten Heribert Bernardy, Carl Bossert, Dieter Bost, Axel Egler, Günther Ersfeld, Manfred Fuhrmann, Rüdiger Kaldewey, Ulla Karch, Carola Kleinbauer, Manfred König, Ingrid Pallu, Manfred Riehs, Joachim Reichelt, Walter Schaz, Inge Schwarz, Jakob Seiwerth und Marianne Tausend. red