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Gesang mit ganzem Herzen verschrieben

Brotdorf. "In der historischen Betrachtungsweise zählen die Gründungen der Gesangvereine zu den Wichtigsten in unserer Heimat", sagte der Protektor und hob die Bedeutung der Vereine bei der Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen hervor Von SZ-Mitarbeiter Norbert Wagner

Brotdorf. "In der historischen Betrachtungsweise zählen die Gründungen der Gesangvereine zu den Wichtigsten in unserer Heimat", sagte der Protektor und hob die Bedeutung der Vereine bei der Entwicklung gesellschaftlicher Strukturen hervor. Mit einem kurzen Exkurs in die Geschichte der vergangenen 125 Jahre erinnerte Eckert an wechselhafte wirtschaftliche und politische Zeiten, in denen der MGV "Concordia" zu bestehen hatte. Heute müssen Gesangvereine neue Wege bestreiten, um ihren Fortbestand zu sichern. Durch den Zusammenschluss des MGV mit den Sängern aus Losheim am See habe der Verein einen guten Schritt nach vorne getan. Vereint mit LosheimUnter Leitung von Paul Pieronczyk hatte der Musikverein "Loreley" Brotdorf mit einem stimmungsvollen Swing die festliche Veranstaltung eröffnet, bevor Rudi Rebmann, Vorsitzender der "Concordia", die zahlreichen Gäste und Ehrengäste begrüßen konnte. "Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, dem die heutige Musik ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme", zitierte Rebmann den Komponisten Richard Wagner. Über alle Schwierigkeiten vergangener Zeiten mit Höhen und Tiefen habe der MGV "Concordia" immer wieder Mut und Kraft aus der Schönheit der menschlichen Stimme schöpfen können. Bürgermeister Manfred Hoff lobte die kontinuierliche Arbeit des Männergesangvereins. Das lateinische Wort "Concordia" stehe nicht nur für "Eintracht" sondern auch für "von Herzen". Und so seien 125 Jahre Vereinsgeschichte nur möglich, wenn die Arbeit in Eintracht und von Herzen geschehe. Das 125-jährige Überdauern des MGV während aller politischen und wirtschaftlichen Widrigkeiten sei nur durch die nicht zu unterschätzende Leistung eines jeden Mitgliedes möglich gewesen. Mit seiner Teilnahme an vielen örtlichen Veranstaltungen sei der MGV "Concordia" in seinem Heimatort zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution herangereift. Ortsvorsteher Ernst Schrader: "125 Jahre Concordia ist eine geschichtliche Dimension, die man in ihrer Gänze nicht fassen kann." Zahlreiche Sänger hätten dazu beigetragen, dass der Verein den heutigen hohen Stellenwert im kulturellen Leben genießt. Nicht nur Arbeit, sondern der Genuss schöner Dinge bestimme das Leben, und dazu trage der MGV bei. Schrader bedauerte, dass immer weniger junge Leute zu Gesangvereinen tendierten und ihre Freizeit lieber anders verbringen. Deshalb sollte man Chören jede Unterstützung gewähren, damit die Sänger nicht um den Nachwuchs bangen müssten. "Über Generationen hinweg hat der MGV Concordia wertvolle Arbeit in der Pflege des Gesangs und in der Musik geleistet", lobte Franz Meiers, Vorsitzender des Kreischorverbandes Merzig-Wadern. Harmonie und Geborgenheit seien wichtige Attribute, welche durch die Gemeinschaft der Sänger gefördert würden. Beiträge des MGV seien bei frohen und traurigen Anlässen im Leben einer Dorfgemeinschaft unerlässlich, und so sei zu wünschen, dass wieder mehr Menschen den Zugang zu einem Chor finden um in Kirche und Gemeinde zur Freude und Erbauung beizutragen. Zwischen den Ansprachen bot das Programm unterhaltsame musikalische Darbietungen. Der gemischte Chor der "Freunde der Kirchenmusik" unter Leitung von Waltraud Meiers sowie der Kirchenchor Brotdorf unter Leitung von Dennis-Jens Ernst ernteten als Gastvereine mit ihren Beiträgen anhaltenden Applaus. Als musikalischer Höhepunkt präsentierte sich der Gastgeber und Jubilar unter Leitung seines Dirigenten Joachim Meiers mit einem erlesenen Querschnitt aus dem reichhaltigen Repertoire. Ehrungen und Gratulationen Mit Ehrungen und Gratulationen ging die Geburtstagsfeier des Vereins, der aktuell über 23 aktive Mitglieder verfügt, zu Ende. Vorsitzender Rudi Rebmann nahm zum Abschluss Glückwünsche zahlreicher Vereine, der Ortsverbände, der Freiwilligen Feuerwehr und der Kirchengemeinde entgegen. Durch das Programm führte Arno Adams.