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Gesamtkonzept für Velsen soll her

Beim jüngsten Warndt-Weekend waren Führungen durch das Erlebnisbergwerk Velsen die Attraktion schlechthin. Besucher mussten vor dem Eingang lange Schlange stehen. Foto: Jenal
Beim jüngsten Warndt-Weekend waren Führungen durch das Erlebnisbergwerk Velsen die Attraktion schlechthin. Besucher mussten vor dem Eingang lange Schlange stehen. Foto: Jenal
Wehrden. Das Thema "Tourismusstrategie Region Saarbrücken 2020" stand am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Völklinger Stadtrates. Die entsprechende, vom Regionalverband Saarbrücken in Auftrag gegebene Studie wurde von der Kölner ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH erarbeitet Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Wehrden. Das Thema "Tourismusstrategie Region Saarbrücken 2020" stand am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Völklinger Stadtrates. Die entsprechende, vom Regionalverband Saarbrücken in Auftrag gegebene Studie wurde von der Kölner ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH erarbeitet. "Wir verkaufen uns unter Wert", sagte Sven Uhrhan, Fachdienstleiter beim Regionalverband. Die vorhandenen Potenziale will man zukünftig besser nutzen. 60 Projekte und Maßnahmen werden zur Ankurbelung des Tourismus vorgeschlagen. Sie reichen von der Umsetzung der "Stadtmitte am Fluss" über die Schaffung eines Hauses der deutsch-französischen Geschichte bis hin zur Weiterentwicklung des Projektes "Das Blaue Band - Die Saarachse".In der Wehrdener Kulturhalle verwies Uhrhan auch auf die Pfunde, mit denen Völklingen wuchern könne. Etwa das Saarfest, das im Sommer zehntausende Besucher an die Wehrdener Schiffsanlegestelle lockt. Oder die Völklinger Hütte mit ihren 200 000 Gästen im Jahr.



Das Konzept hat keinen abschließenden Charakter, weitere Themen können aufgenommen werden. Passen sie in die Strategie, winken öffentliche Zuschüsse: Touristische Infrastrukturprojekte können mit bis zu 70 Prozent vom Land gefördert werden.

Ein Ergebnis der Studie: Die Akteure müssen enger zusammenarbeiten. Das beginnt bei kleinen Dingen wie der Vereinheitlichung der Hinweisschilder auf Sehenswürdigkeiten. Und endet bei Großprojekten, die nur gemeinsam zu stemmen sind. In der Diskussion wurde der Erhalt des Erlebnisbergwerks Velsen angesprochen. Mit Blick auf das "schwierige Thema" sprach sich Uhrhan für die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für Velsen aus. Oberbürgermeister Klaus Lorig betonte die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Großrosseln zum Beispiel beim Jagdschloss Karlsbrunn. Laut Tourismusstrategie könnte das Schloss als Kulturort und Bildungszentrum für Waldkultur, Bergbau- und Industriegeschichte genutzt werden.

In den Fraktionen im Völklinger Stadtrat wird die Tourismusstrategie nun weiter diskutiert, im November steht das Thema auf der Tagesordnung des zuständigen Fachausschusses. Ende des Jahres soll dem Regionalverband eine Stellungnahme des Völklinger Stadtrates vorliegen.

Meinung

Zeit der Umsetzung

Von SZ-RedakteurBernhard Geber

Es ist gut, wenn man ein Paket mit 60 Projekten für die touristische Entwicklung unserer Region diskutiert. Es ist aber schlecht, wenn man dabei das aktuelle Thema Erlebnisbergwerk Velsen auf die lange Bank schiebt. Zunächst, sagt man, soll ein Gesamtkonzept her. Aber ohne eine rechtzeitige Lösung wird die Anlage zu Jahresende geschlossen. Es ist bekannt, dass die Regionalverbands-Spitze nicht nur an die Kosten denkt, sondern auch befürchtet, den französischen Freunden mit ihrem Bergbaumuseum Carreau Wendel auf die Füße zu treten. Aber die Politiker dürfen sich nicht länger hinter den Planern verstecken. Für Velsen ist die Zeit der Umsetzung gekommen. Und für ein klares Ja oder Nein zum Erlebnisbergwerk.