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Zu Besuch in Saarbrücken
Geocacher auf Deutschland-Tour

Daniel Pflieger besucht mit dem Rad bei seiner Deutschland-Tour am Sonntag Saarbrücken.
Daniel Pflieger besucht mit dem Rad bei seiner Deutschland-Tour am Sonntag Saarbrücken. FOTO: Sina Pflöger
Saarbrücken. Daniel Pflieger ist auf einer 2500 Kilometer langen Rad-Tour durch Deutschland. Auf der Jagd nach kleinen versteckten „Schätzen“ besucht er jetzt auch Saarbrücken. Von Florence Helen Kallenborn

Eine Taschenlampe, ein Magnet, ein Smartphone und ein Stift – damit ausgerüstet ist Daniel Pflieger zur einer 2500 Kilometer langen Fahrradtour zu den Landeshauptstädten Deutschlands aufgebrochen. Er ist Geocacher und diese Alltagsgegenstände sind seine Ausrüstung für ein gar nicht so alltägliches Hobby. Mit der Fahrradtour, die am Montag in Nürnberg startete, stellt er sich der Herausforderung der „Geocache Deutschland-Tour“. Am Sonntag besucht er Saarbrücken.


Beim Geocaching geht es darum, mit Hilfe von GPS-Koordinaten und einem Smartphone nach kleinen versteckten „Schätzen“, sogenannten Caches, zu suchen. Die Caches sind in der Regel Plastikdosen, in denen sich ein Logbuch, in das sich der Finder eintragen kann, befindet. Oft hinterlassen viele Geocacher dort auch kleinere Gegenstände zum Mitnehmen oder Tauschen. In diesem Fall wurden die Caches vor den Landeshauptstädten Deutschlands verteilt. Man muss sie alle finden, um den finalen Hinweis für den Bonusschatz in Nürnberg zu erhalten.

Andere Geocacher verteilen diese Rundreise auf Jahre. Pflieger will es innerhalb eines Monats schaffen. Damit will er seine Geocaching-Fahrradtour des letzten Jahres vom nördlichsten bis zum südlichsten Punkt Deutschlands toppen: „Ich neige dazu, immer noch mal gerne einen draufzusetzen“, beschreibt sich der Geocaching-Begeisterte.



Geocaching ist seine Leidenschaft. Begonnen hat der 34-Jährige mit diesem Spiel vor zehn Jahren, als er als Heilerziehungspfleger mit Kindern mit Behinderung arbeitete und auf Empfehlung eines Freundes dieses Spiel als Freizeitgestaltung wählte. Seitdem hat es ihn nicht mehr losgelassen und er stellt sich immer neuen Herausforderungen.

Beim Geocaching spiele oft auch der Wettbewerb untereinander eine Rolle: Wer hat die meisten oder höchstgelegenen Caches gefunden oder wer hat die meisten Länder besucht? Ist man dann aber in der Umgebung, wo die Suche startet, vergesse man das schnell – besonders an so ausgefallenen Orten wie dem brasilianischen Urwald: „Toll ist dann natürlich, wenn einem ein Affe über die Schulter springt, oder eine drei Meter lange Schlange schnell in den Urwald verschwindet, weil mehrere Deutsche auf der Suche nach Caches durch den Wald laufen“, schildert Pflieger die Eindrücke seiner Brasilien-Geocaching-Reise.

An Orte wie diesen begleitet der Hannoveraner Geocacher mit seinem Reisebüro „Cacher Reisen“. Vor acht Jahren hat der erfahrene Geocacher mit der Gründung der Firma „Geheimpunkt“ sein Hobby zum Beruf gemacht. Dieses bietet Geocaching-Events für Firmen und andere Gruppen an. Fünf Jahre später hat er dann sein Reisebüro eröffnet und ermöglicht damit Geocaching-Reisen zu außergewöhnlichen Orten weltweit.

Nicht nur die verschiedenen Spielorte stellen eine der Herausforderungen dar, die das Spiel so interessant machen. „Ich spiele das Spiel jetzt schon seit zehn Jahren und finde es faszinierend, wie oft ich aufs Neue von der Kreativität derjenigen, die die Sachen verstecken, überrascht wurde“, sagt Pflieger, „Geocaching ist eben ein Spiel von Spielern für Spieler.“

Damit sich die Spieler über ihr Hobby und die dabei gesammelten Erfahrungen austauschen können, lädt er auf seiner Tour zu Geocaching-Events in den Hauptstädten ein. Neben dem gegenseitigen Austausch und regionaler Geocaching-Empfehlungen verteilt Pflieger sogenannte Trackables, bei Geocachern beliebte Spielelemente. Diese hinterlässt man in den Caches mit dem Auftrag an andere Geocacher, sie an andere Orte mitzunehmen. Außerdem werden auf der Veranstaltung fünf hochwertige Taschenlampen verlost.

Er verbindet seine Tour mit einer Spendenaktion. So kann jeder, der möchte, für gefahrene Kilometer 50 Cent spenden und damit die Aktion „1000plus“ unterstützen. Diese bietet ungewollt schwangeren Frauen Hilfe und Beratung, ein Thema, das dem Vater von drei Kindern am Herzen liegt.

Fragt man Daniel Pflieger nach seinen Zielen für die nächsten Jahre, wird deutlich, dass diese Tour nicht seine letzte ist. So will er nächstes Jahr von München bis Venedig auf die Suche gehen. Als Fernziel nennt er die ISS, auch wenn es sicher noch ein bisschen dauere, bis diese Reise möglich sei.