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Millionendefizit
Generalvikar von Plettenberg will den Sparkurs verschärfen

Jahr für Jahr verzeichnet das Bistum Millionenverluste.
Jahr für Jahr verzeichnet das Bistum Millionenverluste. FOTO: Harald Tittel / dpa
Trier. Seit Jahren schreibt das Bistum rote Zahlen – trotz Sparanstrengungen. Nun sollen auch die kirchlichen Aufgaben auf den Prüfstand kommen.

Das Bistum Trier reagiert auf mehrere tiefrote Jahresabschlüsse und will sich nun strategisch neu aufstellen. Im Rahmen der Umsetzung der Synodenbeschlüsse solle geschaut werden, „wo unsere eigentlichen Schwerpunkte als Kirche sind“, sagte Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg am Mittwoch in Trier. Das bedeute auch, dass „kirchliche Angebote und Leistungen“ kritisch betrachtet würden. Konkrete Maßnahmen für das Haushaltssicherungskonzept seien noch nicht beschlossen worden. Das Konzept sei aber „deutlich mehr als ein Kostensenkungsplan“, betonte von Plettenberg. Ziel sei es, im Jahr 2024 wieder einen ausgeglichenen Haushaltsplan vorlegen zu können.



Für das laufende Haushaltsjahr rechnet das Bistum mit einem Defizit von 28,8 Millionen Euro. Hauptgrund sei eine weitere Aufstockung der Rückstellungen für Pensionen und Beihilfe, die aufgrund der niedrigen Zinsen notwendig geworden sei. 2016 hatte das Bistum mit einem Verlust von 10,2 Millionen Euro abgeschlossen. Dadurch sei das Eigenkapital weiter gesunken – auf 362 Millionen Euro. Auch die Jahre seit 2013 waren im Minus. 2017 soll das Defizit bei gut 19 Millionen Euro liegen. „Jahr um Jahr Verluste in signifikant zweistelliger Millionenhöhe – das ist auf Dauer kein Zustand“, sagte Finanzdirektorin Kirsten Straus. „Die Rücklagen des Bistums sind nicht unendlich.“ Das Bistum sei nach drei defizitären Jahresabschlüssen verpflichtet, ein Haushaltssicherungskonzept zu erarbeiten. Laut von Plettenberg soll es bis Ende des Jahres stehen. Zum Bistum Trier gehören knapp 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die Umsetzung der Synodenbeschlüsse sei auf dem Weg, sagte von Plettenberg: Der Entwurf für die neuen großen „Pfarreien der Zukunft“ gehe bald in die Anhörungsphase. Auch die Umsetzung der Synode bedeute Extra-Kosten: 2018 sind dafür 2,7 Millionen Euro eingeplant. Im Haushaltsplan stehen Einnahmen von 429 Millionen Euro Aufwendungen von 458 Millionen Euro gegenüber.