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Gelungenes Befremden

Saarbrücken. Die Gemälde von Julia Aatz im Kulturfoyer nehmen sich zurück; die Farben sind zart, die Menschen schemenhaft - mit schlanken Körpern, hellem Teint und wenig Individualität. Ein verwaschener Grauton durchzieht die Bildwelt wie dämpfender Schleier. Ab und an leuchtet eine Farbe hervor

Saarbrücken. Die Gemälde von Julia Aatz im Kulturfoyer nehmen sich zurück; die Farben sind zart, die Menschen schemenhaft - mit schlanken Körpern, hellem Teint und wenig Individualität. Ein verwaschener Grauton durchzieht die Bildwelt wie dämpfender Schleier. Ab und an leuchtet eine Farbe hervor. Ein giftiges Grün etwa, ein krankes Lila oder ein schrilles Orange, das den farbigen Ausdruck des Bildes überlagert. Zu sehen sind Menschen, vorwiegend Kinder, beim Ballspiel, am See, in alltäglichen Situationen. Die Körper sind realistisch in der Wiedergabe, doch sie bleiben unscharf und verschwommen. Dabei sind die Spuren des Mal-Aktes erkennbar: Farbschlieren, Pinselspuren und stellenweise im Weiß verbleibende Leinwandgründe. Da die Umgebung nur spärlich über die Farbe und wenige reale Versatzstücke angedeutet wird, bleiben die Szenen im Vagen. Sie formen sich nicht weiter aus zu den vertrauten Bildern alltäglicher Wirklichkeit, sondern befremden. So, als wären sie Teil einer Vorstellung oder einer Erinnerung, die für einen kurzen Moment aufleuchtet. Das ist gelungen und gekonnt, aber auch nicht mehr so unverwechselbar wie die Pferdebilder, die das künstlerische Schaffen der HBK-Absolventin und Förderstipendiatin der Stadt Saarbrücken lange dominierten. qbBis zum 29. Mai. Kulturfoyer, Passagestraße 2, Mo - Fr 9 - 17 Uhr, Do - 18 Uhr, Fr -15.30 Uhr.