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Gelegenheit macht Diebe

Mit ihrer Mobilen Polizeiwache machten die Kontaktpolizisten Martin Hartmann (links) und Thomas Clemenz gestern gut gelaunt beim Beeder Wochenmarkt Station und gaben Bürgern zahlreiche Tipps und Informationen. Foto: Thorsten Wolf
Mit ihrer Mobilen Polizeiwache machten die Kontaktpolizisten Martin Hartmann (links) und Thomas Clemenz gestern gut gelaunt beim Beeder Wochenmarkt Station und gaben Bürgern zahlreiche Tipps und Informationen. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Beeden. Die Homburger Kontaktpolizisten Martin Hartmann und Thomas Clemenz machten gestern mit ihrer Mobilen Wache in Beeden Station. Auf dem dortigen Wochenmarkt informierten sie die Bürger nicht nur über Einbruchschutz. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

Urlaubszeit gleich Einbruchszeit? Diese Gleichung will Polizeikommissar Martin Hartmann so nicht grundsätzlich stehen lassen. Zusammen mit seinem Kollegen Thomas Clemenz, wie er selbst auch Kontaktpolizist der Polizeiinspektion Homburg, macht Hartmann gestern mit der "Mobilen Polizeiwache" auf dem Wochenmarkt in Beeden Station. Und er verdeutlicht: "Eigentlich ist immer Einbruchszeit." Trotzdem sei es natürlich gerade in den Ferien für Urlauber sinnvoll, mit einigen Tricks das eigene Zuhause bewohnt aussehen zu lassen. Dabei komme auch dem Wohnumfeld eine entscheidende Aufgabe zu. "Unser Slogan ist ja 'Vorsicht! Wachsamer Nachbar'. Und das ist eine tolle Sache. Bevor man in den Urlaub fährt, sollte man sich mit seinen Nachbarn verabreden und so dafür sorgen, dass zum Beispiel der Briefkasten nicht überquillt." Zudem gebe es einfache weitere Hilfsmittel, um Langfinger abzuschrecken "Zum Beispiel Zeitschaltuhren, die Licht an- und ausgehen lassen. Oder so genannte Fernseh-Simulatoren, die mit flackerndem Schein einem Beobachter vorgaukeln, dass ein Fernseher laufen würde."

Doch es ist eben nicht nur die Urlaubszeit, die Diebe macht. Hartmann: "Grundsätzlich sollte man alle Fenster schließen, wenn man das Haus verlässt. Denn ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster. Und auch die Haustür sollte immer verschlossen werden." Ebenfalls gelte es, sonstige "Einladungen" an Einbrecher zu vermeiden, so Aufstiegshilfen wie Mülltonnen oder ähnliches. "Denn so kommt der Einbrecher schnell aufs Dach oder zu einem gekippten Fenster im oberen Stockwerk."

So ganz nebenbei und während er und Thomas Clemenz die Mobile Wache mit ihren Informationsangeboten aufbauen, räumt Hartmann noch mit einer oft verbreiteten Fehleinschätzung auf. "Man sollte nicht davon ausgehen, dass Wohnungseinbrüche in erster Linie nachts stattfinden. Tatsächlich erfolgen fast die Hälfte dieser Delikte am Tag." Dies würde sich verstärken, wenn es in der zweiten Jahreshälfte früher dunkel wird "und Frau Müller um 17 Uhr noch mal schnell zum Einkaufen fährt, das Garagentor aufstehen lässt und so den Einbrecher 'auffordert'." Denn eben der würde in der Regel nicht geplant vorgehen, sondern vor Ort nach Einbruchs-Möglichkeiten suchen, ausgehend von entsprechenden Indizien. Die nicht selten einfache Formel: Gelegenheiten macht Diebe. Und Hartmann gibt noch einen Einblick in die Psyche von Einbrechern. Die würden sich nicht immer durch große Hartnäckigkeit auszeichnen, "wenn eine entsprechend gesicherte Tür zwei bis drei Minuten Widerstand leistet, dann verschwinden die oft wieder."

Abseits dieser Tipps zur Einbruchsprävention gefragt, wie sich der Dienst in der Mobilen Wache gestalte, wertet Hartmann gestern die Stunden vor Ort auch als Kummerkasten-Zeit. Thematisch drehe sich vieles im Privatrechtsstreite und Verkehrsangelegenheiten. Und die können dann auch wieder in der kommenden Woche angesprochen werden, dann macht die Mobile Polizeiwache am Donnerstag zwischen zehn und 12 Uhr auf dem Christian-Weber-Platz Station.