| 20:23 Uhr

ADAC rückt 2017 über 60 000 Mal aus
„Gelbe Engel“ 167 Mal am Tag im Einsatz

Schlappe Autobatterien, Reifenplatzer und defekte Zündanlagen waren die häufigsten Gründe für den Einsatz des ADAC auf den saarländischen Straßen.
Schlappe Autobatterien, Reifenplatzer und defekte Zündanlagen waren die häufigsten Gründe für den Einsatz des ADAC auf den saarländischen Straßen. FOTO: A3446 Patrick Seeger / dpa
Saarbrücken. Die Einsatzzahlen der Straßenwacht und des Rettungshubschraubers des ADAC im Saarland steigen – ebenso wie die Mitgliedszahlen. Neuer Landesvorsitzender des Clubs ist ein Unternehmer. Von Udo Lorenz

Die „gelben Engel“ als Pannenhelfer sind im vergangenen Jahr gefragter denn je gewesen und auch der Rettungshubschrauber Christoph 16 verzeichnete mehr Einsätze. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) im Saarland hat einen neuen Mitgliederrekord aufgestellt, wie der aus Altersgründen ausscheidende ADAC-Vorsitzende Karl-Heinz Finkler (73) auf der Jahrespressekonferenz zufrieden bilanzierte. Demnach hat sich die Mitgliederzahl im vergangenen Jahr um gut vier Prozent auf 314 339 erhöht (darunter 32 262 im ersten Jahr beitragsfreie Jugendliche). Und auch dieses Jahr wurden bereits wieder über 2000 neue Mitglieder registriert, so dass inzwischen mehr als jeder zweite motorisierte Saarländer im ADAC ist.


Die ADAC-Mitgliederversammlung in der Saarbrücker Saarlandhalle ernannte Karl-Heinz Finkler zum Ehrenvorsitzenden. Zu seinem Nachfolger als ehrenamtlicher ADAC-Landeschef wählten sie bei sieben Enthaltungen den bisherigen Vize und Sportleiter, den Losheimer Möbelhaus-Unternehmer Norbert Heinz (66).

„Wir haben nach den Unregelmäßigkeiten des ADAC 2014 in München den ADAC wieder attraktiv für alle gemacht“, sagte Finkler. Sein Nachfolger Heinz betonte, er wolle weiter für die Eigenständigkeit des ADAC Saarland als aktiver Mobilitätsclub kämpfen. Nach der ADAC-Bilanz für das vergangene Jahr fuhren die 22 „gelben Engel“ der Straßenwacht 60 819 Einsätze (im Schnitt 167 pro Tag) und konnten dabei in nahezu neun von zehn Fällen die Panne gleich vor Ort beheben. Meist ging es um schlappe Autobatterien, Reifenplatzer und defekte Zündanlagen, schlimmstenfalls aber auch um Motor- oder Getriebeschäden.

Der ADAC-Hubschrauber Christoph 16 flog im Vorjahr 1412 meist lebensrettende Einsätze (plus neun Prozent). Am häufigsten ging es hier um internistische Notfälle von Patienten, nur in jedem zehnten Fall um ein Verkehrsunfallopfer. Touristik-Vorstand Edgar Neusius führte den Mitgliederzuwachs vor allem auf ständig neue ADAC-Angebote zurück. Verkehrs-Vorstand Wilfried Pukallus hob das steigende Interesse am ADAC-Verkehrsübungsplatz in Saarbrücken-Dudweiler hervor und betonte, rein statistisch habe im vergangenen Jahr jeder zehnte Saarländer einen „gelben Engel“ des ADAC in Anspruch genommen.

Finanzvorstand Werner Hoffmann betonte, der ADAC Saar habe – bei einem ausgewiesenen Überschuss von 20 000 Euro im vergangenen Jahr – eine „sehr solide Basis mit weder Risiken noch Schulden“. Ralph Leistenschneider berichtete über die vielen Aktivitäten der 36 ADAC-Ortsclubs im Land. Höhepunkt der vielen sportlichen Aktivitäten des ADAC Saar wird in diesem Jahr vom 16. bis 19. August die Ausrichtung der 1165 Kilometer langen Rallye Deutschland als Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft sein. Mehr als 220 000 Besucher und 20 Millionen Euro wirtschaftliche Kaufkraft werden dazu erwartet. Da die Saarbrücker Wilhelm-Heinrich-Brücke wegen laufender Bauarbeiten nicht als Auftaktort wie im Vorjahr in Frage kommt, muss sich die Deutschland-Rallye 2018 einen neuen Start­ort im Saarland suchen.



Nach SZ-Informationen plant der ADAC eine Verlegung nach St. Wendel (siehe dazu Seite D 4). Die Entscheidung will der ADAC nächste Woche bekanntgeben. Die ADAC-Zentrale in München hatte dem Automobilclub im Saarland die Deutschland-Rallye bis zum Jahr 2020 zugesichert.

Der auf dem Saarbrücker Winterberg stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 16“ flog im vergangenen Jahr 1412 Einsätze.
Der auf dem Saarbrücker Winterberg stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 16“ flog im vergangenen Jahr 1412 Einsätze. FOTO: bub / BECKER&BREDEL