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Geheimtipp soll bald gestern sein

Saarlouis. Der große Sitzungssaal des Landratsamts ist gut besucht. Ein Beleg dafür, dass im Kreis Menschen im Tourismus aktiv sind. Es geht um die Tourismusstrategie Saarland 2015. Die hat das Ziel "Gemeinsam vom Geheimtipp zum erfolgreichen Reiseziel" Von SZ-Redakteur Mathias Winters

Saarlouis. Der große Sitzungssaal des Landratsamts ist gut besucht. Ein Beleg dafür, dass im Kreis Menschen im Tourismus aktiv sind. Es geht um die Tourismusstrategie Saarland 2015. Die hat das Ziel "Gemeinsam vom Geheimtipp zum erfolgreichen Reiseziel". Hier zum ersten Mal in einem Landkreis und in der Folge im ganzen Land, sollen die regionalen Touristiker auf das Ziel eingeschworen werden. Vorbild: Geheimtipp AlpenChristian Ege, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium und zuständig für den Tourismus, stimmt die Besucher ein. "Wer war schon mal in den Alpen?", fragt er. Klar: alle. Doch in den 1930er Jahren waren die höchstens ein Geheimtipp. "Das sind wir heute", sagt Ege. Auf Basis der guten Ausgangslage gelte es jetzt sich ehrgeizige Ziele zu setzen, nämlich 25 Prozent mehr Übernachtungen bis 2015.In der Folge beschreiben Ege und Jan-F. Kobernuß Potenziale, Stärken und unerledigte Aufgaben für den Saarland-Tourismus. Kobernuß vertritt die Freizeit- und Tourismusberatung "ift" mit Sitz in Köln und Potsdam, die die Landesregierung bei der Strategie-Entwicklung unterstützt hat. Wandern und Radwandern sind demnach neben den Kultur- und Städtereisen die Stärken des Landes. Tagungen, Seminare, Kongresse und Messen bilden laut Kobernuß die dritte "Themensäule". Erholungs-Tourismus sowie Wellness und Medical Wellness sind "Ergänzungsthemen", während "Kulinarik" und "Flair, Charme, Nähe zu Frankreich" als "Profilthemen" gleichsam die Überschrift bilden."Herzensangelegenheit"Für die spezielle Betrachtung des Landkreises bleibt wenig Zeit. Landrätin Monika Bachmann versichert, dass auch für sie der Tourismus eine "Herzensangelegenheit" ist. Auch gibt es viele Mosaiksteinchen im Kreis Saarlouis, die für den Tourismus im Land wichtig sind und wichtiger werden können. Im wirtschaftsstärksten Kreis des Landes ist allerdings der Tourismus eher ein schönes Plus als eine (Über-)Lebensfrage.Zum Abschluss sprechen Leistungsträger miteinander. Bestätigung des Grundtenors: Viele gute Ansätze machen Hoffnung, dass der Kreis Saarlouis zum Strategieziel des Landes wird beitragen können. Meinung



Wieder gehört - neu gehört?

Von SZ-Redakteur Mathias Winters Um die Neuerfindung des Rades kann es nicht gehen, wenn Strategien in einem seit Jahrzehnten beackerten Feld vorgestellt werden. Also gab es bei der Tourismusstrategie 2015 kaum wirklich Neues zu erzählen. Vieles gehörte zur Kategorie "wieder gehört". Wenn's was bringen soll, muss das "neu gehört" folgen. Genau das, was in Saarlouis fehlte. Gutachter-Standards wie die Forderung nach besserer Vernetzung sind keineswegs inspirierend. Die angekündigten Investitionshilfen für Betriebe helfen weitaus mehr.Und verbesserte Bedingungen für die Leistungsträger an der Basis müssen her. Von dort aus entwickelt sich Tourismus viel besser, als von Strategen ohne Ortskenntnis geplant werden kann.