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Gedenken an den Merziger Gustav Regler

Der Musiker Héctor Zamora präsentierte wunderbare Musikstücke. Fotos: Sylvie Rauch
Der Musiker Héctor Zamora präsentierte wunderbare Musikstücke. Fotos: Sylvie Rauch
Merzig. Am Montag jährte sich der Todestag von Gustav Regler zum 50. Mal. Zu seinem Gedenken hatte die Nichte des Schriftstellers Annemay Regler-Repplinger einen Gedenkabend im Kulturzentrum Villa Fuchs organisiert. Das Motto lautete: "Día de los Muertos - Totentag" Von SZ-Mitarbeiterin Sylvie Rauch

Merzig. Am Montag jährte sich der Todestag von Gustav Regler zum 50. Mal. Zu seinem Gedenken hatte die Nichte des Schriftstellers Annemay Regler-Repplinger einen Gedenkabend im Kulturzentrum Villa Fuchs organisiert. Das Motto lautete: "Día de los Muertos - Totentag".


Autor lebte in Mexiko

Die Menschen in Mexiko feiern, entgegen der europäischen Rituale, ein "fröhliches Wiedersehen" mit ihren verstorbenen Angehörigen. Da Gustav Regler lange Zeit in Mexiko lebte und das Land als seine zweite Heimat wahrgenommen hat, war auch der Gedenkabend entsprechend gestaltet. Überall waren die Farben der mexikanischen Flagge zu sehen, hinzu kamen Accessoires, Kleidung und Figuren. Nur mit seiner Gitarre und seiner Stimme gelang es Musiker Héctor Zamora das für das südamerikanische Land typische Flair über den Besucherraum zu legen.



In diese Atmosphäre hinein führte Annemay Regler-Repplinger durch den Abend, tauchte mit den Zuhörern in verschiedene wichtige Themen im Leben ihres Onkels ein: Mexiko, Verluste, Biographie und Tod. Die vier Aspekte füllten Schauspieler Hans-Georg Körbel mit Lesungen aus dem literarischen Werk Reglers und Héctor Zamora mit wunderbaren Musikstücken. Zu hören waren unter anderem Gedichte, Briefe, autobiografische Notizen und Kurztexte. In dem Text "Mexikanischer Totentag" schildert Gustav Regler eindringlich und anschaulich ein für das mittelamerikanische Land typisches Ritual. Mit allen Sinnen lässt er die Leser daran teilhaben, an dem Überfluss an Farben, Gerüchen, Eindrücken und Gefühlen, wie ihn die Mexikaner an einem Totentag pflegen.

Annemay Regler-Ripplinger erklärte, dass die Zeit in Mexiko eine sehr produktive Zeit ihres Onkels war. Es seien dort "substanzielle, farbige Texte" entstanden. Sie sieht den in Merzig geborenen Schriftsteller als Kosmopolit, als "einen der Unsrigen in der großen weiten Welt der Literatur".

Das Interesse an dem gebürtigen Merziger ist nach wie vor hoch. Die Auftaktveranstaltung am Montag war komplett ausgebucht. Viele Besucher hatten eine weite Anreise nicht gescheut, um in Merzig dabei zu sein. Unter den Gästen waren unter anderem Kulturminister Ulrich Commerçon und der Merziger Oberbürgermeister Alfons Lauer.

1963 verstarb Gustav Regler nach Stationen in Moskau, Madrid und Mexiko auf einer Indienreise in Neu-Dehli. Den 50. Todestag nehmen unterschiedliche Institutionen in diesem Jahr zum Anlass, Leben und Werk des Schriftstellers zu würdigen. Nach dem Auftakt in Merzig folgen eine ganze Reihe von Veranstaltungen: Am Dienstag, 19. März, ist um 18.30 Uhr die Vernissage zur Ausstellung "Korrespondenzen" im Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass in Dudweiler. Darin werden Briefe präsentiert, die Regler während seiner Emigration von 1933 bis 1945 erhalten hat. Die Ausstellung läuft insgesamt bis zum 5. Juli. Am 7. und 8. Juni zeigt das Ensemble der Alten Feuerwache in Saarbrücken das Doku-Theaterstück "Der Zwang in meinem Leben oder Triptychon mit Gustav Regler". Eine weitere Aufführung ist am 5. Juli im Museum Schloss Fellenberg. Vom 7. bis 9. Oktober beschäftigen sich die Teilnehmer einer internationalen Tagung in Saarbrücken mit dem Thema "Revisionen - Literarische Zeugnisse des Exils neu gelesen". Am Donnerstag, 17. Oktober, ist um 18.30 Uhr die Vernissage zur Ausstellung "Prägungen - Gustav Regler zum fünfzigsten Todesjahr" im Museum Schloss Fellenberg in Merzig. Die Ausstellung läuft bis zum 31. Januar 2014.

Auskunft zur allen Aktionen geben das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass Saabrücken, Tel. (06 81) 30 25 83 29, und das Gustav-Regler-Archiv Merzig, Tel. (0 68 61) 91 50 40.

literaturarchiv.uni-

saarland.de

www.regler.name

Der Schauspieler Hans-Georg Körbel las Texte aus dem literarischen Werk Reglers.
Der Schauspieler Hans-Georg Körbel las Texte aus dem literarischen Werk Reglers.