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Geballte Wucht mit romantischen Einschüben

Saarbrücken. Savoy Truffle können wohl sämtliche Musikrichtungen, die die Popmusik jemals gestreift haben. Nur für eine entscheiden wollen sich Pianist Zippo Zimmermann, Gitarrist Thom Berger, Bassist Dausi Jacoby, Schlagzeuger Frank Meyer, Percussionist Alain Neumann, Saxofonistin Kathrin Berger und Cellistin Sigrid Münchgesang nicht

Saarbrücken. Savoy Truffle können wohl sämtliche Musikrichtungen, die die Popmusik jemals gestreift haben. Nur für eine entscheiden wollen sich Pianist Zippo Zimmermann, Gitarrist Thom Berger, Bassist Dausi Jacoby, Schlagzeuger Frank Meyer, Percussionist Alain Neumann, Saxofonistin Kathrin Berger und Cellistin Sigrid Münchgesang nicht. Bei ihren persönlichen Vorlieben können sich die meisten Bandmitglieder zumindest auf die Beatles verständigen: schließlich inspirierte der gleichnamige Song von George Harrison die Saarbrücker Band einst zu ihrem Namen.



Das passt in keine Schublade

Britpop oder Hardrock, schmachtende Ballade oder rotziges Anti-Liebeslied. Pop-Orchester oder klassische Rockbandaufstellung. Selbst über die Sprache herrscht Uneinigkeit: Sängerin Awa Taban Shomal singt Deutsch, Englisch, Französisch, sogar Spanisch. Vom knalligen Chanson-Cover ("Poupet de cire") über aufpolierter Retro-Rocknummer ("Acceptance"), von Indierock ("Thunderstruck") bis zum vertonten Kästner-Gedicht ("Ein Mann gibt Auskunft" und "Sachliche Romanze") - Savoy Truffle reißen im proppenvollen Theater im Viertel am Sonntagnachmittag Genregrenzen ein. Um sie aufwendig komponiert und arrangiert zu dem zusammenzusetzen, was sie "Unchartable Pop" nennen. Was eben so viel heißt wie "nicht einzuordnen". Das Gute daran: langweilig wird es nie, sondern immer laut. Etwa bei "Turn me on", einer sinfonischen Hardrock-Ballade - mit Cello-Solo.

Aber: "Donde esta el momento, que me deja con calma?", fragt Sängerin Awa ("La Salvación"). "Wo ist der Moment, der mich zur Ruhe kommen lässt?". Gerade die ruhigen Momente, die sanften Töne verzaubern das Publikum. Ein namens- wie gesangsloser Walzer und der heimliche Hit "Sag lieber Lebewohl" sind die Glanzpunkte des stürmischen Abends im Theater im Viertel. Romantische Einschübe die willkommene Abwechslung zur geballten Wucht. dma