| 21:19 Uhr

Fünf wollen die Macht im Schloss

Regionalverband. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren wählen die Bürger im Großraum Saarbrücken am 7. Juni in einer Direktwahl den Regionalverbandsdirektor, der früher Stadtverbandspräsident hieß. Denn nachdem Michael Burkert, SPD, 2006 im Amt bestätigt wurde, begann wegen der geringen Wahlbeteiligung von rund 21 Prozent die Diskussion über die Verwaltungsreform Von SZ-Redakteur Markus Saeftel

Regionalverband. Zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren wählen die Bürger im Großraum Saarbrücken am 7. Juni in einer Direktwahl den Regionalverbandsdirektor, der früher Stadtverbandspräsident hieß. Denn nachdem Michael Burkert, SPD, 2006 im Amt bestätigt wurde, begann wegen der geringen Wahlbeteiligung von rund 21 Prozent die Diskussion über die Verwaltungsreform. Am Ende ging Burkert zu Saartoto, die Landesregierung setzte die Umbenennung des Stadtverbandes in Regionalverband durch und benannte Ulf Huppert, FDP, als Übergangs-Direktor. Am 7. Juni wollen nun fünf Kandidaten Huppert beerben. Für zusätzliche Spannung sorgt diesmal, dass keiner einen Amtsbonus hat. Als Favoriten gehen der Landtagsabgeordnete Peter Gillo (SPD) und Rainer Grün (CDU), Staatssekretär im Umweltministerium, ins Rennen. Manfred Baldauf (FDP), der nach 2006 zum zweiten Mal antritt, und Stephan Körner (Grüne), beide Fraktionschefs in der Regionalversammlung, kennen die Verwaltung besser, sind aber trotzdem Außenseiter. Gespannt darf man auf das Abschneiden von Klaus-Eckhard Walker sein, der von der Linkspartei unterstützt wird. Den ehemaligen Oberbürgermeister Rastatts holte seine Vergangenheit im Wahlkampf ein. Weil er 2003 in Rastatt nach einem nächtlichen Streit mit Asylbewerbern diese in einer öffentlichen Sitzung angegriffen hatte, sie sollten sich an die Gepflogenheiten dieses Landes halten oder in den Kongo zurückgehen, verlangten CDU und Einwandererorganisationen Walkers Rückzug von der Kandidatur. Walker tat das nicht, gab aber zu, seine Aussage sei "zu heftig" gewesen. Der von Oskar Lafontaine unterstützte Kandidat kann vor allem dem Sozialdemokraten Peter Gillo wichtige Stimmen im ersten Wahlgang wegnehmen. Schafft keiner der Kandidaten am 7. Juni die absolute Mehrheit, gibt es zwei Wochen später eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen. Der Regionalverbandsdirektor ist Chef von 1200 Mitarbeitern und trägt unter anderem die Verantwortung für 75 weiterführende Schulen sowie das Jugend- und Gesundheitsamt. 267 776 Bürger sind im Regionalverband wahlberechtigt.