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Freunde nur bis zum Startgatter

Niederwürzbach. Die Zuschauerzahlen sind der beste Beweis: Wenn die Seitenwagen in der Lettkaul starten, ist das Interesse der Fans an den Rennen riesengroß. Und zum 55-jährigen Jubiläum des Motorsportclubs Niederwürzbach (MSC), haben sich die Verantwortlichen für den sportlichen Ablauf etwas ganz Besonderes einfallen lassen (Pfingstsamstag- und Sonntag, 30./31. Mai) Von SZ-Mitarbeiter Erich Schwarz

Niederwürzbach. Die Zuschauerzahlen sind der beste Beweis: Wenn die Seitenwagen in der Lettkaul starten, ist das Interesse der Fans an den Rennen riesengroß. Und zum 55-jährigen Jubiläum des Motorsportclubs Niederwürzbach (MSC), haben sich die Verantwortlichen für den sportlichen Ablauf etwas ganz Besonderes einfallen lassen (Pfingstsamstag- und Sonntag, 30./31. Mai). Nicht einfach nur Seitenwagen, nein, man hat den Veteranen-Cup der Sidecar-Fahrer in die Lettkaul geholt. Seitenwagen-Rennen sind immer von einer besonderen Atmosphäre: Da dröhnen ganz besondere Motoren, akrobatische Verrenkungen der so genannten Schmiermaxen, also der Beifahrer, und gewagte Überholmanöver sorgen für den richtigen Kick beim Publikum. Im Jahre 2000 ist bei Dirk Prill aus Nürnbrecht im Rheinland die Idee gereift, einen solchen Cup ins Leben zu rufen. "Es war einfach schwierig bei den normalen Rennen, da fuhren Veteranen mit Jungen zusammen, und das hat einfach von den Maschinen her nicht zusammengepasst", erzählt der erfahrene Seitenwagen-Pilot im Gespräch mit unserer Zeitung. Und so gibt es für den Veteranen-Cup genaue Ausschreibungen: Startberechtigt sind alle Motocross-Gespanne bis einschließlich Baujahr 1985. Alle Zweizylinder Viertaktmotoren müssen luftgekühlt sein, dürfen einen Hubraum bis höchstens 1000 Kubikzentimeter haben. Einzylinder Zweitakt-Motoren dürfen nicht mitfahren, auch wenn sie luftgekühlt sind. Einzylinder Viertakt-Motoren sind nur dann startberechtigt, wenn sie bis 1985 gebaut wurden und in einem alten Fahrwerk mit zwei Federbeinen eingebaut sind. Stoßdämpfer und Bremsen sind freigestellt. Reparaturen wie Radwechsel oder ähnliches sind während der Rennen erlaubt. Fünf Jahre hat es gedauert, bis aus der Idee eine Rennserie wurde: "Und von da an wurde es ein überwältigender Erfolg, es meldeten sich innerhalb von vier Wochen jede Menge Fahrer, auch international", erzählt Sidecar-Spezialist Prill. Und es werden in jedem Jahr mehr, kann der Rheinländer von einer Erfolgsstory berichten. "Keiner von uns will mehr Weltmeister werden, der Spaß steht im Vordergrund", berichtet Prill. Also Spaßrennen? "Auf gar keinen Fall", gibt Prill zurück, "wir sind über 100 Freunde - aber nur bis zum Startgatter. Ab dann wird um jeden Zentimeter gefightet", unterstreicht Prill. "Wir fahren fair, aber durchaus auch hart", so seine Erfahrung. Ob er allerdings in Niederwürzbach dabei sein kann, entscheidet erst am Ende der Woche der Arzt: "Ich bin letztes Wochenende bei einem Nachtcross übelst abgestiegen, ich weiß noch nicht, ob mir der Arzt für das Pfingstwochenende grünes Licht gibt", ist der Start in Würzbach nioch ungewiss. Das Durchschnittsalter der Gespannpiloten liegt so knapp über 50, man hält sich mit Laufen Krafttraining oder ähnlichen Ausdauersportarten fit. Die Zuschauer dürfen sich also auf packende Rennen einstellen.




Auf einen BlickNach dem Zeitplan ist am Samstagmorgen ab acht Uhr technische Abnahme der Motorräder und die Papierabnahme. Von neun bis 11.30 Uhr findet dann das Training der Veteranen Soloklassen statt. Auch hier gehen von den Minis bis zu der Meisterserie, der MSR-Masters-Klasse, ausnahmslos Spitzenpiloten der Soloklasse an den Start. In der Masters-Klasse werden die Zeitschnellsten aus allen Rennen um Siege und Punkte fahren. Nach der Mittagspause werden in allen Klassen die ersten Wertungsläufe gestartet. Auch am Sonntag-Vormittag wird trainiert. Ab 14 Uhr folgen die entscheidenden Läufe. Höhepunkt wird gegen 16.15 Uhr der letzte Wertungslauf im Veteranen-Cup sein. ers