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Freude über Platz eins, Trauer über die Abgänge

So nah liegen Freude und Trauer beieinander: Josephine Henning(links) umarmt Dzsenifer Maroszan. Beide verlassen den FCS zum Saisonende. Foto: Wieck
So nah liegen Freude und Trauer beieinander: Josephine Henning(links) umarmt Dzsenifer Maroszan. Beide verlassen den FCS zum Saisonende. Foto: Wieck
Saarbrücken. Ausgelassener Jubel nach dem Schlusspfiff. Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken lagen sich gestern Nachmittag auf dem Rasen des Stadions Kieselhumes mit den Ersatzspielerinnen in den Armen. Anlass der Freude war noch nicht einmal der überlegene 4:0-Sieg (2:0) im letzten Heimspiel der Saison gegen den FSV Jägersburg Von SZ-Mitarbeiter Jan Morawski

Saarbrücken. Ausgelassener Jubel nach dem Schlusspfiff. Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken lagen sich gestern Nachmittag auf dem Rasen des Stadions Kieselhumes mit den Ersatzspielerinnen in den Armen. Anlass der Freude war noch nicht einmal der überlegene 4:0-Sieg (2:0) im letzten Heimspiel der Saison gegen den FSV Jägersburg. Vielmehr sorgte die erhoffte Niederlage von FCS-Aufstiegskonkurent VfL Sindelfingen (0:2 gegen FFC Frankfurt II) für die Reaktionen. Nun kann der FCS im letzten Spiel bei Bayer Leverkusen den Aufstieg aus eigener Kraft sichern - ein Punkt würde auf Grund der besseren Tordifferenz schon reichen. Fast nebensächlich erschienen die Tore durch Nadine Keßler (23.), Christina Arend (43., 60.) und Ann-Katrin Schinkel (83.).Jedoch war innerhalb der Mannschaft und auch bei den 650 Zuschauern der Konflikt der Emotionen zu spüren. "Ich bin eher traurig als glücklich", gab FCS-Ausnahmetalent Dzsenifer Marozsan zu, die ab der nächsten Saison für den 1. FFC Frankfurt spielen wird. Das letzte Heimspiel der Mannschaft und die Verabschiedung von fünf Spielerinnen sorgte bei allen für eine tränenreiche Stimmung. Auch die Rede, die FCS-Spielführerin Nadine Keßler im Namen der Abgänge (Keßler, Selina Wagner, Josephine Henning, Lisa Schwab, Marozsan) hielt, war sehr emotional und wurde mit stehenden Ovationen belohnt. Sie bedankte sich bei den Fans für eine "wunderschöne Zeit" und hofft, dass die Fans "uns nicht vergessen". FCS-Trainer Winfried Klein plumpste der viel zitierte Stein der Erleichterung vom Herzen. Er sagte nach dem Spiel: "Wir haben einfach nur an uns geglaubt. Jetzt müssen wir den letzten Schritt gehen." Er sei unheimlich stolz auf die Mannschaft. "Es gibt noch nicht viel zu feiern", warnte schon mal vorsorglich Mittelfeldspielerin Sarah Karnbach, "in Leverkusen müssen wir noch einmal alles geben." Auch sie verlässt mit gemischten Gefühlen den Platz: "Mit einem Patzer von Sindelfingen hatte keiner mehr gerechnet. Deshalb ist die Freude natürlich groß. Aber der Weggang der Mädels senkt natürlich die Stimmung." Ohne Worte drückte die Mannschaft das zwischen den strahlenden Fans auf dem Rasen aus, als sich die Spielerinnen gerührt umarmten. Das andere Extrem war jedoch noch lange nach dem Schusspfiff lautstark zu vernehmen. Die Gesänge aus der Kabine der Siegerinnen schallten aus dem Stadion.