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Gleichstellung zwischen Männern und Frauen
Frauenbeauftragte wollen Quoten in der Politik

Saarbrücken/Karlsruhe. Eine achtköpfige Delegation aus dem Saarland hat vor kurzem an der 25. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Baden-Württemberg teilgenommen. Obwohl die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen im Grundgesetz verankert ist, sehen die Frauenbeauftragten die Umsetzung dieses Grundsatzes noch lange nicht am Ziel. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

„Der Nachholbedarf für die Umsetzung des Staatsziels ‚Gleichberechtigung von Frauen und Männern’ ist groß. Nur eine konsequente Gleichstellungspolitik auf allen staatlichen Ebenen kann hier Abhilfe schaffen“, teilte Heike Neurohr-Kleer, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der kommunalen Frauenbeauftragten im Saarland mit.


Im Bundestag liegt der Frauenanteil derzeit bei knapp 31 Prozent, in den Gemeindeparlamenten sinkt er sogar auf durchschnittlich 25 Prozent. Auch in den hochrangigen Behörden gelangen Frauen seltener in Führungspositionen. Laut einer Studie der Gleichstellungsministerkonferenz (GFMK) von November 2017 sind lediglich 11,4 Prozent der 437 Verwaltungsspitzen in den Landkreisen, Stadtkreisen und kreisfreien Städten mit Frauen besetzt.

In der bei der Bundeskonferenz verabschiedeten Karlsruher Erklärung heißt es: „Die kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten fordern, dass ein Aktionsplan in der Querschnittsverantwortung aller Ressorts die Ungerechtigkeiten und Fehlentwicklungen zum Nachteil von Frauen beendet.“ Deshalb fordern die Gleichstellungsbeauftragten, dass Führungsposten in Stadt- und Kreisverwaltungen paritätisch besetzt werden und Parteien Frauen auf aussichtsreiche Listenplätze setzen. „Die Erfahrung zeigt: Freiwillig passiert das nicht. Deshalb braucht es eine Quotierung für alle entscheidenden politischen und wirtschaftlichen Gremien und Ämter“, so die LAG.