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Neue Folgen
Saar-Serie „Unter Tannen“ läuft weiter

Ein Bild von den  Dreharbeiten zu den ersten Folgen: Regisseur/Autor Thomas Scherer (rechts) bespricht sich mit Hanno Friedrich – der spielt den Gangster Dieter, der seine guten Manieren zügigst vergisst, wenn es ums Geld geht.
Ein Bild von den  Dreharbeiten zu den ersten Folgen: Regisseur/Autor Thomas Scherer (rechts) bespricht sich mit Hanno Friedrich – der spielt den Gangster Dieter, der seine guten Manieren zügigst vergisst, wenn es ums Geld geht. FOTO: WP Films
Saarbrücken. Die Quoten und Reaktionen waren sehr gut. Kein Wunder, dass der Saarländische Rundfunk die humorige Serie „Unter Tannen“ fortsetzt. Der Bexbacher Regisseur Thomas Scherer und sein Team gehen im September wieder an die Arbeit. Von Tobias Kessler
Tobias Kessler

Es geht wieder mitten hinein ins saarländische Grün: Die schwarzhumorige SR-Serie „Unter Tannen“ wird fortgesetzt – ab dem 21. September entstehen zwei neue Episoden und erzählen, wie es weitergeht mit den drei saarländischen Forstarbeitern Paul, Kalle und Boris: Die waren ja über einen Koffer voller Banknoten gestolpert (wir berichteten), konnten sich aber nur kurzfristig über den Geldsegen freuen – denn der Koffer samt Inhalt gehört einer Gangsterbande mit recht rustikalen Manieren und dem festen Willen, die vielen Euro zurückzubekommen. Doch da ein Teil des Geldes schon weg ist, muss das Trio aus dem Forst den einen oder anderen Auftrag für die Kriminellen erledigen, manchmal mit bizarren Folgen.


Regisseur und Autor Thomas Scherer (29) freut sich, dass es weitergeht. Die ersten drei Folgen liefen zu Weihnachten 2017 beim Saarländischen Rundfunk und „hatten laut Sender sensationelle Quoten“, wie der Bexbacher sagt. Bis dahin war es ein langer Weg: Scherer hatte den Pilotfilm vor zwei Jahren mit Mini-Budget (und 9000 Euro Unterstützung von der Landesmedienanstalt) gedreht, als Abschluss seines Studiums an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Medien in Offenburg. Bei der Premiere im Rahmen des Filmfestivals Max Ophüls Preis im Januar 2017 zeigte sich der SR sehr angetan und gab drei Folgen in Auftrag: gedreht unter anderem in Webs- und Wellesweiler, in Homburg und Höchen, Saarbrücken und Neunkirchen.

Die neuen Folgen dieser ersten Serie in saarländischem Dialekt seit dem seligen „Heinz Becker“ (1992-2004) entstehen mit bewährtem Team. Gerhard Polacek, Fridolin Sandmeyer und Bejo Dohmen spielen das Trio, Hanno Friedrich („Bella Block“) gibt den aalglatten Gangster Dieter; auch Alice Hoffmann ist wieder dabei, als wackere Gastronomin Marianne, deren Kneipe „Zum friedlichen Esel“ vor der Insolvenz steht. Mindestens einen Neuzugang gibt es außerdem: „Einen richtigen Pfälzer“, sagt Scherer, „der die ganze Geschichte nochmal auf den Kopf stellt“. Den wird der  Schauspieler und Sprecher Matthias Kiel verkörpern, der auch in Scherers Kurzfilm „Reise nach Nirgendwo“ mitwirkte, vor allem aber pfälzische Bühnenerfahrung hat. Scherer: „Er fühlt sich sehr heimisch in dem Dialekt.“



13 Drehtage hat das Team für zwei Folgen à 30 Minuten, Produktionsluxus ist das nun nicht. „Wir müssen schnell und gut sein“, sagt Scherer, der zurzeit noch auf Drehortsuche ist. Denn neben den bewährten Orten wie dem Schießhaus in Homburg, der Gebläsehalle in Neunkirchen oder auch den budgetschonenden Privathäusern von Bekannten spielen die neuen Folgen in einer (noch zu findenden) alten Fabrikhalle; außerdem an besonders reizvollen Orten im saarländischen Forst und, wie Scherer sagt, in einem „schönen, häuslichen Garten, mit Schwenker“ – das sollte hierzulande doch zu finden sein.

Zu sehen sind die Folgen wohl erstmals im Januar, allerdings nicht im TV, sondern im Kino – bei der Premiere im Rahmen des Ophüls-Festivals in Saarbrücken. Einen Ausstrahlungstermin beim SR gibt es noch nicht, aber Regisseur Scherer hofft auf die Faschingszeit, dann werden auch zur Einstimmung die ersten drei Folgen nochmal laufen. Ist die Geschichte aus dem saarländischen Forst dann auserzählt? Der SR wählt die Hintertür-Formulierung, die Reihe sei dann „vorerst abgeschlossen“. Es könnte also, je nach Quote und Reaktion, nochmal weitergehen.