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Fische lieben Wasser aus der Kläranlage Burbach

Burbach. Die größte saarländische Kläranlage in Saarbrücken Burbach feierte am Freitag ihr 20-jähriges Bestehen. Betreiber ist der Entsorgungsverband Saar (EVS). "Wir sind das Unternehmen mit dem meisten Beschäftigten im Saarland", sagte Betriebsleiter Manfred Leidinger bei einem Besichtigungsrundgang augenzwinkernd

Burbach. Die größte saarländische Kläranlage in Saarbrücken Burbach feierte am Freitag ihr 20-jähriges Bestehen. Betreiber ist der Entsorgungsverband Saar (EVS). "Wir sind das Unternehmen mit dem meisten Beschäftigten im Saarland", sagte Betriebsleiter Manfred Leidinger bei einem Besichtigungsrundgang augenzwinkernd. Und fügte hinzu: "Für uns reinigen unzählige Mikroorganismen das Abwasser." Zuvor wird die Brühe allerdings grob gereinigt. Ein Rechen fängt schon im Einlaufgebäude all das ab, was die Pumpen beschädigen könnte. Obwohl die Anlage mitten in Burbach liegt, hat sie bisher keinen gestört. Das liegt nicht nur daran, dass sie sich architektonisch gut ins Ortsbild fügt. Leidinger ist vor allem stolz darauf, dass weder Geruch noch Lärm nach außen dringen. Gestank gibt es nur im Einlaufgebäude. Etwa 24 Stunden braucht die Anlage, um das Wasser mechanisch, biologisch und chemisch zu reinigen. Ob es dann wirklich gut genug ist, um wieder in die Saar geleitet werden zu können, prüfen zwei echte Experten. Zwei gegen Fischgifte sehr empfindliche Orfen, das sind karpfenartige Fische, schwimmen in der Fischgiftprüfanlage in einer Probe des Wassers, das gerade die Kläranlage verlässt. "Damit wir im Falle eines Fischsterbens in der Saar nachweisen können, dass es nicht an uns gelegen hat", erklärt Leidinger. Einige Male am Tag wird in ihrem kleinen Aquarium der Wasserstrom für einige Minuten eingeschaltet. Wie in einem Hamsterrad muss das Fischpärchen dann gegen den Strom schwimmen und nachweisen, dass das Wasser anderen Fischen nicht gefährlich werden kann. Nach ihrer relativ kurzen Lebensarbeitszeit dürfen die Tiere ihre Rente im Fischteich am Verwaltungsgebäude genießen, erzählt Leidinger. Die Wasserqualität der Saar sei jetzt wieder so gut, dass man Fische aus dem Fluss in Saarbrückens Stadtmitte sogar wieder genießen kann, erzählt der Betriebsleiter stolz. Die Gäste der Feier konnten sich davon überzeugen, wie gebratener Saarfisch schmeckt, Köche boten einige Happen davon an. In der Kläranlage wird aber nicht nur das Wasser gereinigt. Auch der Klärschlamm wird so aufbereitet, dass er zum Beispiel in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt werden kann. Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU): "Diese Anlage repräsentiert etwa zwölf Prozent der saarländischen Kapazität insgesamt." Das Klärwerk Burbach sei damit ein wichtiger Eckpfeiler in der saarländischen Abwasserreinigung: "Die in den vergangenen 20 Jahren behandelte Abwassermenge beträgt in der Summe rund 200 Millionen Kubikmeter, was etwa dem zehnfachen Volumen der Talsperre Nonnweiler entspricht." al