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Finanzspritze für das Schengen-Lyzeum

Perl. Die Hälfte der Fördersumme kommt aus dem EU-Förderprogramm Interreg IV, die andere Hälfte tragen das luxemburgische Erziehungsministerium, das saarländische Kultusministerium und der Landkreis Merzig-Wadern als Träger der grenzüberschreitenden Schule Von SZ-Redakteur Christian Beckinger

Perl. Die Hälfte der Fördersumme kommt aus dem EU-Förderprogramm Interreg IV, die andere Hälfte tragen das luxemburgische Erziehungsministerium, das saarländische Kultusministerium und der Landkreis Merzig-Wadern als Träger der grenzüberschreitenden Schule. Das INHED-Projekt will herkunftsbedingte Ungleichheiten zwischen den deutschen und luxemburgischen Schülern am Schengen-Lyzeum ausgleichen. Dies erklärte Bildungs-Staatssekretärin Susanne Reichrath am Dienstag bei der Übergabe des Förderungsbescheides an der Perler Schule. Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Kreises Merzig-Wadern als Schulträger, sagte: "Die am Schengen-Lyzeum beteiligten Partner kommen aus unterschiedlichen Schulwelten mit unterschiedlichen Standards." Diese gelte es mit Hilfe des "gut konzipierten" INHED-Projektes in Einklang zu bringen.Schulleiter Volker Staudt erläuterte, worum es bei INHED geht: Das Zusammenwachsen von Schülern und Lehrern an der Schule, die aus unterschiedlichen Bildungssystemen hier aufeinander treffen, soll durch gezielte Maßnahmen gefördert werden. Dazu zählen die Erstellung gemeinsamer Lehrpläne, gezielte Fördermaßnahmen in Kernfächern wie Deutsch, Französisch oder Mathematik, die Schaffung eines gemeinsamen Fundus an Lehrmaterial oder spezielle Maßnahmen zur Integration der luxemburgischen Schüler, die ab der siebten Klasse neu zur bisherigen Schülerschaft hinzustoßen. Zusammenwachsen fördernDenn im Großherzogtum dauert die Grundschulzeit zwei Jahre länger. Erstmals wird im kommenden Schuljahr eine größere Anzahl Siebtklässler aus Luxemburg neu an das Lyzeum kommen, sagte Staudt. Damit "alte" und "neue"Schüler besser zueinander finden, ist zum Beispiel im Rahmen des INHED-Projektes ein gemeinsamer Schullandheim-Aufenthalt geplant, an dem etwa 175 Kinder und 15 Lehrer teilnehmen werden. Alle Maßnahmen, die der besseren Integration von deutschen und luxemburgischen Schülern dienen, werden von Lehrkräften umgesetzt, die dank der Projekt-Förderung zusätzlich über das normale Lehrersoll hinaus an der Schule beschäftigt werden können. Wie Staudt sagte, bedeute die Fördersumme von 1,7 Millionen Euro in drei Jahren etwa fünf zusätzliche Vollzeit-Lehrerplanstellen für das Lyzeum.




Auf einen blickGérard Zens vom luxemburgischen Bildungsministerium sagte in Perl, das INHED-Projekt werde die kulturelle Kompetenz der Schüler und Lehrer am Schengen-Lyzeum stärken. "Die Heterogenität der Schülerschaft wird an dieser Schule als Trumpf angesehen, nicht als Klotz am Bein", betonte Zens. Bildungs-Staatssekretärin Susanne Reichrath erklärte, dem Projekt gehe es darum , "das Gemeinsame noch stärker herauszuarbeiten und gleichzeitig die kulturellen Unterschiede zu respektieren". cbe