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Feuerwehren beschließen Fusion

Düren. Am Alten festhalten oder mit Weitblick neue Wege beschreiten? Vor dieser Frage stehen mittlerweile viele Löschbezirke auch im Landkreis Saarlouis. Nun stimmten die Wallerfanger Löschbezirke Düren-Bedersdorf sowie Kerlingen über ihre Zusammenlegung ab. Von SZ-MitarbeiterJohannes A. Bodwing

Das liest sich gar nicht mal so schlecht. 20 Aktive, vier Jugendliche und noch fünf Mann in der Altersabteilung für den Löschbezirk (Lbz) zweier Dörfer mit insgesamt rund 850 Einwohnern. Allerdings war das im Jahr 2007. Heute hat der Löschbezirk Düren-Bedersdorf noch elf aktive Feuerwehrleute. Gesetzlich vorgeschrieben für die Brandbekämpfung sind laut saarländischer Brandschutzverordnung aber mindestens 19. Seit Monaten schon wurde der Lbz von Christof Kircher kommissarisch geleitet, Gerätewart und Jugendwart war Thorsten Kircher, ebenfalls kommissarisch.

Diese Situation ist zum Teil bedingt durch die demografische Entwicklung. Aber auch, weil immer weniger Menschen ehrenamtlich im Feuerwehrdienst tätig sein wollen.

Es fehlen Feuerwehrleute

Auf diese Situation mussten die Löschbezirke Düren-Bedersdorf sowie Kerlingen zwangsläufig reagieren. Denn auch Kerlingen ist mit 25 Aktiven nicht gerade üppig besetzt. Im September 2012 stellten beide Lbz deshalb den Antrag auf Zusammenlegung.

Am Sonntagabend trafen sich 28 der Aktiven im Dorfgemeinschaftshaus Düren zum formellen Beschluss ihrer Fusion. Die Leitung der Versammlung hatte Regine Collet, Feuerwehr-Sachbearbeiterin der Gemeinde Wallerfangen.

"Der demografische Wandel ist hier angekommen", sagte Dürens Ortsvorsteherin Maria Luise Grundhefer. Sie dankte dem Lbz Düren-Bedersdorf für die langjährige gute Zusammenarbeit und die Beteiligung an Aktivitäten im Ort. "Das gärt schon seit Jahren", sagte der Kerlinger Ortsvorsteher Herbert Rhoden zur allgemeinen Situation. "Es sind nicht mehr genug Leute da." Manchmal gehe das schon an die Grenze, denn moderne Brandbekämpfung sei nicht mehr wie früher mit drei Schläuchen zu machen.

Als einen "Weg in die richtige Richtung", sah Gemeindewehrführer Frank Minor den Zusammenschluss. Kreisbrandinspekteur Bernd Paul wertete es positiv, dass die Fusion von den betroffenen Wehren aktiv angegangen wurde. Mit dieser Entscheidung, sagte Bürgermeister Günter Zahn, bleibe die Handlungsfähigkeit der Wehr erhalten.

Löschbezirk neu benannt

Die Fusion der Lbz Düren-Bedersdorf sowie Lbz Kerlingen erfolgte einstimmig. Damit findet zum 1. September 2013 die Zusammenlegung am Standort Kerlingen statt. Ebenso einstimmig ging der künftige gemeinsame Name "Löschbezirk Wallerfangen Mitte" durch. Als dessen Leiter wurden der bisherige Kerlinger Löschbezirksführer Andreas Jost und sein Stellvertreter Bernd Bathis bei zwei Enthaltungen bestätigt. Zu klären bleibt noch die Frage einer Garage am Feuerwehrgerätehaus Kerlingen.