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| 20:17 Uhr

Festschrift zum 140-jährigen Bestehen Alex Deutsch bleibt in ewiger Erinnerung

Homburg. In Zusammenarbeit mit Lehrern, Schülern und Eltern des Saarpfalz-Gymnasiums wird in den nächsten Monaten eine Festschrift entstehen. Anlass bietet das 140-jährige Bestehen des ältesten Gymnasiums der Kreisstadt Homburg. Bei der Verabschiedung des jetzigen Schulleiters Dr. Jürgen Helwig in den Ruhestand zum Ende des gegenwärtigen Schuljahres soll die Dokumentation fertig sein

Homburg. In Zusammenarbeit mit Lehrern, Schülern und Eltern des Saarpfalz-Gymnasiums wird in den nächsten Monaten eine Festschrift entstehen. Anlass bietet das 140-jährige Bestehen des ältesten Gymnasiums der Kreisstadt Homburg. Bei der Verabschiedung des jetzigen Schulleiters Dr. Jürgen Helwig in den Ruhestand zum Ende des gegenwärtigen Schuljahres soll die Dokumentation fertig sein. Sie lässt überwiegend die vergangenen 15 Jahre der Ära Helwig Revue passieren und ist damit die Fortsetzung der Festschrift von 1998. Ein wichtiger Aspekt wird daher die Schulentwicklung von 1998 bis 2013 sein. Dabei ist unter anderem eine Auflistung der Abiturjahrgänge der letzten 15 Jahre samt Fotos geplant. Auch Bilder der aktuellen Klassen, Kurse und des Lehrerkollegiums werden darin zu finden sein, ferner Berichte von ehemaligen Schulleitern, Lehrern und Schülern zum Thema "SPG früher und heute" sowie repräsentative Karrieren früherer Schüler. Selbstverständlich werden auch die aktuellen Schulgremien, also Schulverein, Eltern- und Schülervertretung, die Bediensteten und Mitarbeiter, etwa der Sekretär, die Verantwortlichen für die Schulbuchausleihe, die Schulsozialarbeiterin, der Hausmeister, die Reinigungskräfte und die Nachmittagsbetreuung vorgestellt. Ebenso wird man sich informieren können über Arbeitsgemeinschaften, besondere Veranstaltungen, Projekte und Aktionen, Wettbewerbe, Skilehrfahrten, das traditionsreiche Hoffest, Schulpartnerschaften und Georgien-Besuche, die Entstehung des Neubaus und repräsentative Zeitungsartikel. Aber auch Themen wie das Ende des Lateinzweigs wegen mangelnder Nachfrage werden nicht ausgespart, sondern kritisch untersucht. Unser Lehrer Eberhard Jung hat deutlich gemacht, dass die gravierenden Veränderungen im Schulleben der letzten Jahrzehnte aufgezeigt werden sollen. Besonders gespannt sind wir deshalb auf die Mitwirkung früherer Schulleiter, älterer Schüler und Lehrer. Natürlich sollen die gute Unterhaltung, der Humor und Merkwürdigkeiten aus dem Schulleben nicht zu kurz kommen. Zahlreiche Schüler haben bereits einen reichen Erfahrungsschatz mit derartiger Projektarbeit, weil sie in den zurückliegenden Jahren an Buchproduktionen, Literatur-Wettbewerben und ähnlichen Arbeiten mit großem Erfolg teilgenommen haben. Unser Lehrer ist ständig auf Talentsuche. Auch jetzt gilt wieder: Wer hat Interesse, freiwillig mitzumachen und eigene Beiträge beizusteuern, Interviews durchzuführen oder Bilder zu malen? Ziel ist eine bunte Mischung von unterhaltsamen und informativen Texten und Bildern, die die Vielfalt unserer Schulgemeinschaft aufzeigen. Wir sind gespannt auf das Ergebnis. Tom Baumeister und Fabian Pelzer, 10c des Saarpfalz-GymnasiumsWiebelskirchen/Homburg. Der Zeitzeuge Alex Deutsch aus Wiebelskirchen war ein gern gesehener Gast an unserem Gymnasium. Noch im Alter von 95 Jahren hielt er Vorträge in der voll besetzten Aula, wo es vor Spannung mucksmäuschenstill war, wenn er über seine Lebensgeschichte erzählte, vor allem über seine Zeit als jüdischer Zwangsarbeiter im Vernichtungslager Auschwitz während des Dritten Reiches.

Uns ist es heute noch rätselhaft, wie er zwei Jahre lang die Torturen als Häftling in einem mörderischen System überstand, wo Menschenrechte keine Gültigkeit hatten und der Grundsatz galt: "Vernichtung durch Arbeit." Seine Frau und seinen zweijährigen Sohn konnte er vor dem Tod in den Gaskammern nicht bewahren. In dem Buch "Anus Mundi" des polnischen Schriftstellers Wieslaw Kielar wird das größte Vernichtungslager der Nazis als "Arsch der Welt" bezeichnet. An keinem anderen Ort konnte es einem schlechter ergehen. Demütigungen, Folter, Ermordungen und Todesängste waren an der Tagesordnung. Viele Schülerjahrgänge waren fasziniert von Deutschs Überlebenswillen in dieser "Hölle von Auschwitz". Sichtbares Ergebnis dieser Hochschätzung ist unter anderem das Buch, mit dem die Arbeitsgemeinschaft Geschichte des Saarpfalz-Gymnasiums 2011 den Edith-Aron-Preis der Kreisstadt Homburg gewonnen hat. Es trägt den Titel "Miteinander nicht gegeneinander!" als Anspielung auf Deutschs Lebensmotto "Lasst euch nicht hineintreiben in Hass und Gewalt gegen andere Menschen! Lernt, miteinander zu leben, nicht gegeneinander!" Jetzt entsteht unter Anleitung unseres Lehrers Eberhard Jung die Fortsetzung des Buches anlässlich des 100. Geburtstags von Alex Deutsch am 7. August 2013.

Das neue Buch versucht vor allem einen Zugang zu dem außergewöhnlichen Menschen zu finden mit weit über 100 Gedichten. Damit schaffen wir etwas ganz Neues, was vor uns noch niemand gewagt hat. Es ist keine leichte Aufgabe, weil ein falsches Wort bei diesem heiklen Thema der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und den Verbrechen in deutschem Namen sofort heftige Kritik auslösen kann. Für uns ist es eine spannende und sehr berührende Angelegenheit, ein Ehrendienst und auch ein Dankeschön für die unermüdliche Aufklärungsarbeit des kleinen Mannes, der Großartiges geleistet hat. Des Weiteren enthält das Buch Berichte von Schülern, die ihn persönlich erlebt haben. Auch die Rede von Pfarrer Klaus Heinz bei der Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht, die er am 9. November 2012 in der Protestantischen Stadtkirche in Homburg hielt, wird in dem Buch nachzulesen sein. Er war der Freund und Förderer von Alex Deutsch. Natürlich sind auch die Gedichte enthalten, die unsere Mitschüler bei diesem Anlass vortrugen und dafür viel Lob ernteten. Illustriert ist das Buch mit zahlreichen Fotos und Schülerzeichnungen, die das lange Leben von Alex Deutsch widerspiegeln. Dabei tauchen auch Szenen auf, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind: etwa von seinem Aufenthalt in einem Berliner Waisenhaus oder seiner Befreiung als Zwangsarbeiter in Magdeburg. Alles soll sehr authentisch dokumentiert werden. Deshalb haben wir einen ständigen Kontakt zu seiner Witwe Doris. Sie setzt seine Aufklärungsarbeit an Schulen fort, damit Jugendliche nicht so anfällig sind für rechtsradikale Tendenzen der Gegenwart. Während unseres Projektes "Zeitung macht Schule" war sie zum Interview in der Klasse 10c und berichtete zusammen mit Erika Rosenberg, der Oskar-Schindler-Biografin aus Argentinien, über Ereignisse im Dritten Reich. Mehrere Schulklassen haben mit unserem Lehrer Eberhard Jung die Alex-Deutsch-Schule in Wellesweiler besucht, im "Raum der Begegnung" einen Film über das Leben von Deutsch angeschaut und mit seiner Witwe und anderen Zeitzeugen über Menschenrechtsverletzungen und Terror in Diktaturen diskutiert. Das Buch soll zur Buchmesse "HomBuch" am 23. Februar fertig sein. Ob das gelingt, ist noch fraglich. Während schon viele Texte und Zeichnungen vorliegen, hat die AG Geschichte noch große Sorgen wegen der Finanzierung und sehnt sich nach Unterstützern und Spendern.

Meinhard Dreesch, Paul Friderich und Tino Schaumlöffel aus der 10c des Saarpfalz-Gymnasiums