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Feierabendmusik im Weltkulturerbe: Hüttenjazz wird poppig

Völklingen. In den kommenden Monaten dreht sich im Weltkulturerbe Völklinger Hütte alles ums Thema „Generation Pop“. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, und so marschiert auch der Hüttenjazz in diese Richtung: Blue notes mit einer kräftigen Prise Pop serviert der künstlerische Leiter Oliver Strauch in der aktuellen Saison der eintrittsfreien Feierabend-Reihe. uhr

Meinrad Maria Grewenig, Chef des Weltkulturerbes, kündigte am Freitag auf dem gut bevölkerten Zimmerplatz eine Band an, die mit den "Füßen in der Popwelt steht und trotzdem Jazz macht". "Dada" aus Stuttgart boten passende Musik für einen brütend heißen Hochsommerabend. Grooves, meist in gemäßigtem Tempo, waren die Regel, wobei Schlagmann Daniel Schild und E-Bassist Martin Simon, ein Tieftöner mit amtlichem 60er-Jahre-Sound, nicht selten durchaus knifflige Muster bewältigten. Das alles klappte freilich dermaßen lässig, dass hier das Entspannen nie gefährdet war. Erfreulich unspektakulär waren auch die Beiträge von Matthias Grosch mit dem Keyboard und Daniel Stelter auf der E-Gitarre, die vorführten, was sich mit wenigen, gut platzierten Klängen bewirken lässt. Hauptperson und Namensgeberin der Formation ist Frontfrau Fola Dada. Die TV-bekannte Sängerin behandelt in ihren pfiffigen deutschsprachigen Texten bevorzugt Zwischenmenschliches.

Dass Dada ihr Metier beherrscht, steht außer Frage. Doch reicht die Klangfarbenpalette ihres jazzigen Soulpop von schnoddrig und cool bis in ausgesprochen tränendrüsige Regionen - da wurde es dann doch starke Geschmackssache. Weil es Dadas expressivem Vokalbeitrag nicht an Improvisation mangelte, konnten aber auch Jazzjünger ihren Hüttenjazz-Beitrag applaudierend absegnen.

Freitag, 26. Juli, 18 Uhr: Thomas Siffling Trio.