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FDP: 2009 könnte der erste Seniorenbeirat gewählt werden

Saarbrücken. Der FDP-Stadtverordnete Bertold Bahner hat da so einen Verdacht: Die Saarbrücker Stadtverwaltung "tut nichts", um den Beschluss der CDU/FDP-Stadtratsmehrheit, einen städtischen Seniorenbeirat zu gründen, in die Tat umzusetzen. So ein Beirat sei aber wichtig, um ältere Menschen mehr ins städtische Leben einzubeziehen Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Der FDP-Stadtverordnete Bertold Bahner hat da so einen Verdacht: Die Saarbrücker Stadtverwaltung "tut nichts", um den Beschluss der CDU/FDP-Stadtratsmehrheit, einen städtischen Seniorenbeirat zu gründen, in die Tat umzusetzen. So ein Beirat sei aber wichtig, um ältere Menschen mehr ins städtische Leben einzubeziehen.Bürgermeister Kajo Breuer (Grüne), für die Umsetzung des Stadtratsbeschlusses zuständig, hat auch einen Verdacht. Er hat den Eindruck, dass die vier Stadtverordneten der FDP nicht viel miteinander reden. Sonst müsste Bahner wissen, dass er im Stadtrats-Sozialausschuss vor knapp zwei Wochen den Stand der Dinge in Sachen Seniorenbeirat erklärt habe, sagt Breuer. In Anwesenheit des FDP-Stadtverordneten Manfred Ziegler habe die Verwaltung das Ergebnis ihrer Recherchen zum Thema Seniorenbeirat vorgestellt. Städtische Mitarbeiter haben sich darüber informiert, wie Seniorenbeiräte in anderen großen deutschen Städten arbeiten. Das Ergebnis hat die Verwaltung auf acht Seiten zusammengestellt. "Die Seniorenbeiräte arbeiten sehr unterschiedlich", erklärt Breuer. Auch deren Satzungen unterscheiden sich in wesentlichen Punkten. Die Verwaltung habe daher mit dem Sozialausschuss vereinbart, dass der Stadtrat seine konkreten Anforderungen an den Seniorenbeirat formuliert. Der Rat beziehungsweise die Ratsmehrheit soll sich quasi unter all den Modellen das heraussuchen, das passend erscheint. Die Stadtverwaltung, die einen Seniorenbeirat für überflüssig hält, werde den Wunsch des Rates dann umsetzen. Bisher habe der Rat aber noch keine klare Linie vorgegeben.Für Bertold Bahner ist die Linie klar. Der Beirat soll die Interessen älterer Menschen vertreten, sie aber auch ermuntern, sich in der Gesellschaft, vor allem in der Politik und der Wirtschaft, über das Rentenalter hinaus zu engagieren. Gerade die Gruppe der Menschen über 70 sei da nicht mehr vertreten, sagt Bahner, selbst 71 Jahre alt. Der Landesseniorenrat habe eine Mustersatzung für Seniorenbeiräte vorgelegt, die man übernehmen könne. Bahner kann sich vorstellen, dass der erste Saarbrücker Seniorenbeirat bei der Kommunalwahl im Sommer nächsten Jahres gewählt wird. "Ältere Menschen müssen in Politik und Wirtschaft einbezogen, nicht aussortiert werden."Bertold Bahner