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Arno Krause ist tot
Fast 70 Jahre für Europa gekämpft

Arno Krause ist im Alter von 87 Jahren 
verstorben.
Arno Krause ist im Alter von 87 Jahren verstorben. FOTO: Europäische Akademie Otzenhausen
Saarbrücken/Otzenhausen. Das Saarland hat einen Gründervater der Europäischen Idee verloren. Arno Krause, der ehemalige Chef der Europäischen Akademie in Otzenhausen, der Asko-Europa-Stiftung und Mitbegründer der Europa-Union im Saarland starb nach schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Saarbrücken. Das teilten die Stiftung europäische Kultur und Bildung, die Europäische Akademie Otzenhausen und die Asko-Europa-Stiftung mit. Von Dietmar Klostermann


Krause hatte als junger Mann nach dem Zweiten Weltkrieg die Europa-Union in Saarbrücken mitgegründet. 1949 war er vom Justizminister Heinz Braun (SPD) in die Europa-Union ent­sandt worden, nachdem er sich zuvor bei der Sozialistischen Jugend Deutschlands „Die Falken“ engagiert hatte. Der junge Bankkaufmann Arno Krause war „fasziniert“ von der Idee der europäischen Einigung, die weitere Kriege in Europa verhindern sollte. Dies sagte Krause bei seinem 80. Geburtstag der SZ.

„Die Europäische Akademie Otzenhausen (EAO) ist steingewordenes Symbol dessen, was ein Großteil seines Lebens ausmachte und sein Denken beherrschte“, teilten die drei Institutionen mit.



Mit Krause verliere das Saarland eine große Persönlichkeit, die ihr Leben der Einigung Europas gewidmet habe, sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Saar-SPD-Chef Heiko Maas und Vizechefin Anke Rehlinger erklärten: „Wir trauern um einen Vorzeige-Europäer und Vorkämpfer für das Miteinander in der Grenzregion.“

„Arno Krause hat Herausragendes geleistet für den europäischen Gedanken in vielen Funktionen (...). Unser Land verliert einen überzeugten Europäer der ersten Stunde“, würdigte der Landesvorsitzende der FDP, Oliver Luksic, den Verstorbenen. Der saarländische Europaabgeordnete Jo Leinen (SPD) bezeichnete den Tod seines Freundes Arno Krause als „großen menschlichen wie politischen Verlust. Geprägt von den grausamen Erlebnissen während des Zweiten Weltkrieges sei Krause schon früh ein leidenschaftlicher Befürworter der deutsch-französischen Freundschaft und der europäischen Einigung gewesen. „Bis ins hohe Alter war er ein Vorbild. Besonders die Jugend feuerte er an, nicht darin nachzulassen, mit Elan für ein vereintes Europa zu kämpfen“, sagte Leinen.