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Familienhund Attila ist ihr Erfolgsgeheimnis

Saarbrücken. Mit vielem hätte Sabine Auer-Krein ja gerechnet, aber nicht damit: Bei der Ankunft am Flughafen Ensheim gab es eine ganz besondere Durchsage: "Wir gratulieren der neuen Weltmeisterin", schallte es aus den Lautsprechern Von SZ-Mitarbeiter Sascha Sprenger

Saarbrücken. Mit vielem hätte Sabine Auer-Krein ja gerechnet, aber nicht damit: Bei der Ankunft am Flughafen Ensheim gab es eine ganz besondere Durchsage: "Wir gratulieren der neuen Weltmeisterin", schallte es aus den Lautsprechern. Und am Ausgang warteten die Mannschaftskolleginnen vom TC Rotenbühl Saarbrücken, Familie und Freunde sogar mit einem Banner auf die frisch gebackene Tennis-Weltmeisterin der Altersklasse Ü40.Sieg mit Ankündigung Den Titel hatte sich die 42-Jährige auf der Insel Mallorca gesichert. Als Ungesetzte spielte sie sich nach Siegen gegen Hana Guy (Neuseeland), die an Nummer drei gesetzte Vesna McKenna (USA), Marie Bahu (Frankreich) sowie die topgesetzte Lucie Schwab-Zelinka aus Österreich bis ins Finale vor. Dort ließ sie der Norwegerin Amy Jonsson-Raaholt mit 6:3 und 6:4 keine Chance. Den Erfolg krönte Auer-Krein mit der Bronzemedaille im Doppel. An der Seite ihrer Schwester Gabriele Glauner unterlag sie erst im Halbfinale gegen Lesley O'Halloran und Olga Shaposhnikova (Irland/Russland)."Am Schluss war ich stehend k.o., aber glücklich", berichtet Auer-Krein. "In der Liga spielen wir einmal in der Woche, hier ging es täglich auf den Platz. Und leichte Spiele gibt es bei einer WM ja nicht." Mit Isabelle Gemmel war eine Mannschaftskameradin ständig vor Ort, zum Halbfinale ließ es sich auch Teambetreuer Jürgen Thielen nicht nehmen, nach Mallorca zu fliegen und seine Nummer zwei zu unterstützen. "Diese Anteilnahme und Unterstützung war einfach großartig", freut sich Auer-Krein. "Ständig kamen SMS oder Anrufe, jeder wünschte mir Glück." Dann erinnert sie sich an die Abreise und muss lachen: "Ich habe zwar gesagt, wenn ich schon da hin fliege, dann will ich auch Weltmeisterin werden. Aber das habe ich aus Spaß gesagt. Mein Mann Artur scherzte nur: Wenn nicht, müsse ich drei Tage im Keller wohnen, wenn ich zurückkomme. Aber das konnte ich jetzt ja umgehen."Dabei war nicht einmal klar, ob sie auf Mallorca überhaupt würde spielen können. Eine Schulterverletzung zwang sie sechs Wochen vor Beginn der WM zu einer Pause. "Ich habe zu meinem Arzt gesagt: Mach mich bitte in den sechs Wochen fit, damit ich spielen kann. Und er hat Wort gehalten", sagt die Weltmeisterin und verrät ihr WM-Erfolgsgeheimnis: "Dass ich so fit war und das durchgehalten habe, habe ich eigentlich dem Familienhund zu verdanken, mit dem ich immer laufen gehe." Die Familie hat einen Weimaraner, einen Jagdhund. Am Namen Attila dürfte zu erkennen sein, dass es da mit einer halben Stunde Jogging pro Tag nicht getan ist.Nicht der erste große TitelDer Titel wurde natürlich auch vom STB gwbührend gewürdigt. Denn Sabine Auer-Krein stammt zwar aus Radolfzell am Bodensee, doch seit knapp 20 Jahren lebt sie im Saarland. Mit Mann Artur und den beiden Kindern Katrin (13) und Anika (10) wohnt sie in Völklingen. "Sie gehört hier im Saarland zum Inventar", lobt Verbands-Präsident Paul Hans. Sie gehörte beispielsweise zu der Mannschaft von Blau-Weiß Saarlouis, die 1988 und 1989 deutscher Mannschaftsmeister wurde. 1988 war sowieso ihr bestes Jahr. Damals stand sie auf Rang 118 der Weltrangliste und machte Schlagzeilen, als sie in Key Biscayne die damalige Nummer neun der Welt, die Tschechin Hana Mandlikova, aus dem Turnier warf. Außerdem wurde sie 2007 Vize-Europameisterin in der Altersklasse Ü40.