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Familienbesuch aus Argentinien

Der Bildband über Gresaubach wird in Argentinien sicherlich einen Platz im Regal finden. Der historische Verein übergab ihn: Der erste Beigeordnete von Lebach, Dr. Edwin Fries, Mirta und Juan José Bernardi, Ortsvorsteher Fred Metschberger, Pascal Schedler und Hans Hoffmann, historischer Verein (von links). Foto: Schedler
Der Bildband über Gresaubach wird in Argentinien sicherlich einen Platz im Regal finden. Der historische Verein übergab ihn: Der erste Beigeordnete von Lebach, Dr. Edwin Fries, Mirta und Juan José Bernardi, Ortsvorsteher Fred Metschberger, Pascal Schedler und Hans Hoffmann, historischer Verein (von links). Foto: Schedler
Gresaubach/Argentinien. "Wenn Matthias uns von oben nun sieht, was würde er wohl denken?", fragte sich sein Urenkel Dr. Juan José Bernardi. Der 35-jährige Jurist war schon öfter in Deutschland und besuchte immer wieder seine Verwandtschaft in dem Lebacher Stadtteil Von SZ-Redakteurin Monika Kühn

Gresaubach/Argentinien. "Wenn Matthias uns von oben nun sieht, was würde er wohl denken?", fragte sich sein Urenkel Dr. Juan José Bernardi. Der 35-jährige Jurist war schon öfter in Deutschland und besuchte immer wieder seine Verwandtschaft in dem Lebacher Stadtteil. Der historische Verein lud ihn, seine Frau Mirta und den Journalisten Helmut Hofmann, der 20 Jahre für den SR tätig war, sowie Familienmitglieder zu einem Treffen in den Musik- und Kulturspeicher. Ein passender Ort, fand Ortsvorsteher Fred Metschberger, denn Bernardi ist selbst begeisterter Saxofon-Spieler und leitet einen Kultursender in seiner Heimatprovinz Misiones.Hofmann schildert, wie es zu der Bekanntschaft mit Bernardi kam und wie sich die Familienangehörigen wieder fanden. Matthias Jungblut wanderte 1908 nach Südamerika aus. Er gründete eine Familie mit einer deutschstämmigen Brasilianerin und hatte 14 Kinder.


Hartes Leben auf dem Land



In der Provinz Misiones fanden sie eine neue Bleibe. Das Leben dort sei sehr hart gewesen. Sie mussten zuerst das Land roden, vor allem das Ungeziefer machte den Menschen arg zu schaffen. Den Kontakt zur Heimat hielt Jungblut immer aufrecht, in zahlreichen Briefen schildert er das Leben. Die Briefe und sonstige Unterlagen hat Christel Schmitt alle gesammelt.

Helmut Hofmann und seine Frau Anna-Maria weilten dienstlich vor 20 Jahren in Argentinien. Sie hatten dort guten Kontakt zu Pater Marx, der sich um die Kurumi-Indianer kümmert. Bei einem Essen fiel Frau Hofmann auf, dass ein Gast mit einem leichten saarländischen Akzent sprach. Man kam ins Gespräch und es wurde von der Verwandtschaft im Saarland gesprochen. Hofmann fragte nach seiner Rückkehr im Lebacher Rathaus nach, die Vorfahren wurden wieder ausfindig gemacht. Der Kontakt lebte neu auf. Einige von der Gresaubacher Verwandtschaft waren auch schon in Argentinien. Ihnen zu Ehren wurde ein Fest gefeiert, die argentinische Verwandtschaft eingeladen. Um die 400 kamen.

Deutsche Volksmusik im Radio

In der Provinz Misiones haben Hofmann und Bernardi eine Rundfunkstation auf Stiftungsebene gegründet. Stifter ist das Ehepaar Hofmann, Bernardi der Geschäftsführer. Jeden Morgen um 6 Uhr ist deutsche Volksmusik für eine Stunde zu hören, um 18.30 Uhr gibt es Schlager und moderne deutsche Musik. Die hören auch die Kurumi-Indianer, die dort in den Urwäldern leben. Sie haben zwar keinen festen Wohnsitz, aber dank Solarenergie können sie Radio hören und fernsehen.

Als Erinnerung an seinen Besuch in Gresaubach erhielt Bernardi eine Kopie der Geburtsurkunde seines Urgroßvaters und einen Bildband über den Ort. Anfang Februar geht es wieder zurück in die Heimat und zu 30 Grad plus.