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Durchsuchungen
Fahnder durchsuchen Privatwohnung von Klaus Meiser und tauchen auch im Landtag auf

Blaulicht an einem Polizeiauto. (Symbolbild)
Blaulicht an einem Polizeiauto. (Symbolbild) FOTO: picture alliance / dpa / Patrick Pleul
Saarbrücken/St. Ingbert. Nach den Durchsuchungen bei der Saarland Sporttoto GmbH und dem Landessportverband (LSVS) hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken am Montagnachmittag auch die Privatwohnungen von Ex-Landtagspräsident Klaus Meiser (CDU) und dessen Lebensgefährtin in Quierschied und St. Ingbert durchsuchen lassen. Von Michael Jungmann
Michael Jungmann

Meiser ist Präsident des Landessportverbandes. Sein Verteidiger, der St. Ingberter Anwalt Professor Guido Britz bestätigte die Durchsuchungen. Anlass sind demnach vermutete Unregelmäßigkeiten bei der Auszahlung der Beträge aus dem Saartoto-Verstärkungsfonds. Der LSVS ist bekanntlich Gesellschafter der Saartoto GmbH. Vermutet wird beim LSVS eine „schwarze Kasse“, die Meiser persönlich und an der offiziellen LSVS-Kasse vorbei zur Verfügung gestanden haben soll. Begründet wird die Razzia auch mit angeblichen Aussagen des suspendierten LSVS-Geschäftsführers Paul Hans und des zurückgetretenen Präsidiumsmitglieds Eugen Roth (SPD).


Strafverteidiger Professor Guido Britz: Der Staatsanwalt geht von vollkommen falschen Sachverhalten aus. Die Durchsuchungen sind daher rechtswidrig. Wir werden auch wegen Medienmeldungen, die vor der Durchsuchung bereits durchgesickert waren, unverzüglich Beschwerde beim Amtsgericht gegen die Beschlüsse einlegen.



Auch beim Landtag des Saarlandes, der vorzeitig über die Ausweitung der Ermittlungen gegen Meiser informiert war, tauchten gestern Fahnder mit einem richterlichen Herausgabebeschluss auf. Sie nahmen unter anderem Computer und Schriftstücke mit.