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Dudweiler
Erneut Großeinsatz in radioaktiv belastetem Haus

  Gefährlicher Fund: Bei der Entrümpelung des Hauses des verstorbenen Chemikers in Dudweiler stießen Experten auf Blechkisten mit Radium.
Gefährlicher Fund: Bei der Entrümpelung des Hauses des verstorbenen Chemikers in Dudweiler stießen Experten auf Blechkisten mit Radium. FOTO: BeckerBredel
Dudweiler. Experten stoßen bei Räumung des Anwesens in Dudweiler auf russische Blech-Kassetten mit Radium. Von Michèle Hartmann

Strahlenschutz-Experten, Polizei, Feuerwehr mit Rettungswagen und Schutzanzügen: Alle Mann im Einsatz am frühen Donnerstagnachmittag. Anwohner, die nach Hause wollten oder außer Haus noch etwas zu erledigen hatten, mussten sich in Geduld üben. Ihnen war im weiteren Umfeld der Durchlass verwehrt.


In einem leerstehenden Wohnhaus in der Jakob-Welter-Straße in Dudweiler, in dem vor einigen Wochen bereits Uran-haltiges Material und gefährliche Chemikalien gefunden worden waren (wir berichteten), kam es am Donnerstag erneut zu einem Großeinsatz, bei dem die Straße nahe der Ortsmitte abgeriegelt werden musste. Denn bei der schon 14 Tage andauernden Räumung des einst vollkommen zugemüllten Hauses wurden erneut verdächtige Kassetten aufgefunden. Ein im Alter von 51 Jahren verstorbener Chemiker hatte dort wohl mit diversen gefährlichen Stoffen sowohl im Keller als auch in einer gut getarnten Gartenlaube experimentiert.

Erneut radioaktives Material in Dudweiler gefunden FOTO: BeckerBredel


Thomas Seilner, der für Strahlenschutz und radioaktive Abfälle zuständige Experte beim Saar-Umweltministerium, erklärte der SZ, dass man unter anderem Radium sowie radioaktives Naturerz, teils in Kassetten mit Blei-Abschirmung, aufgefunden habe. Noch nicht entziffert war gestern eine der Kassetten mit kyrillischer Schrift. Die Pressestelle des Ministeriums erklärte am Abend, dass es sich um Behältnisse aus russischen Militärbeständen handele.

 Am Abend war auch das Rätselraten um den Inhalt einer Kaffeedose gelüftet. Sie diente als Behältnis für eine ungefährliche Chemikalie. Derweil erklärte vor Ort der Nachlassverwalter Nico Andres, dass bisher noch kein Hauserbe gefunden worden sei. Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA), das dem Umweltministerium unterstellt ist, trägt derweil die Kosten für Entrümpelung und Entsorgung der Chemikalien und radioaktiven Stoffe.