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„Es ist nie zu spät“ – für Mundart

 Laurent Petrys Illustration vom Pflügen in Niedaltdorf ist in der neusten Ausgabe zu sehen. Foto: Paraple
Laurent Petrys Illustration vom Pflügen in Niedaltdorf ist in der neusten Ausgabe zu sehen. Foto: Paraple FOTO: Paraple
Bouzonville. Die Literaturzeitschrift „Paraple“ erscheint bereits zum 25. Mal. Die Mundartvereinigung „Gau un Griis“ bringt diese halbjährlich in drei Sprachen heraus: Deutsch, Französisch und Mundart. Von SZ-Mitarbeiter Erhard Grein

Zweimal im Jahr erscheint durch die Mundartvereinigung "Gau un Griis" die Literaturzeitschrift "Paraple". Jetzt wurde die 25. Ausgabe in Französisch, Deutsch und in Mundart vorgelegt. Es geht bei der nun vorliegenden Ausgabe um das Hauptthema "Il n'est jamais trop tard! Es ist nie zu spät! Et éss nie ze spät".

Die Redaktion liegt auch diesmal wieder bei Gérard Carau, Jean-Louis Kieffer, Harald Ley, Ursula Kerber und Lucien Schmitthäusler.

Als Publikationsplattform der regionalen Autoren sei, so Gérard Carau (Beckingen), "Paraple" sehr gut angenommen worden. Die Autoren stellen ihre Beiträge, in den meisten Fällen Originaltexte, kostenlos zur Verfügung. Neu bei den Autoren sind der ehemalige Bergmann Marcel Woll aus dem rheinfränkischen Lothringen und Hilde Hartmann aus dem rheinfränkischen Saarland. Die Illustration hat der Maler und Grafiker Laurent Petry aus Bibiche und Niedaltdorf vorgenommen. Eine seiner Arbeiten mit dem pflügenden Bauern stammt aus dem Kelterfeld in Niedaltdorf.

Harald Ley (Überherrn) befasst sich "Erscht mòl" mit der fertig gemachten School "béss mer aan der Reiih wòòren mét Leewen. Zur Zeit sagt er "mer schenken us Zeijt onn kénnen se nét behallen". Ursula Kerber (Überherrn) will in ihrem Beitrag "e gedicht fénnen". Gérard Carau (Beckingen) widmet sich den Gefallenen "em Kréich väärzen achzehn" und meint dann zur Religion "Et éss nie ze spät". Mit "Tünn oder In spätestens zwei Jahren" und met "Selbschdgespräch am Silweschderòòmd 2011" befasst sich Peter Eckert. Margit Grüneisen (Nalbach) stellt fest "Et éss nie ze spät". Dafür stellt Gangolf Peitz die Frage "Ist es nie zu spät?". Hilde Hartmann (Saarbrücken) will in rheinfränkisch wissen, "Was es Hänsje nedd lernd". Mit "Schwazz gehall" gibt es von Birgit Klein aus dem Hochwald eine köstliche Erzählung über den Nachwuchs des dritten Mädchens. Aus St. Ingbert kommt in rheinfränkisch der Beitrag "Landrähn" von Heinrich Kraus. Ehrhart Linsen, früher Dozent an der Uni Saarbrücken, erklärt, was unter "Porenschmaus" zu verstehen ist. Zu den Autorinnen von "Paraple" gehört auch Marlies Böhm aus Dillingen.

Die lothringische Seite ist auch diesmal wieder mit zahlreichen Beiträgen in Moselfränkisch und in Rheinfränkisch vertreten. In der neuen Ausgabe von "Paraple" gibt es zwei Besonderheiten. Einmal wurde die Erzählung "Mein Großvater und die Uhr" von Johannes Kirschweng übernommen. Dann befasst sich Manfred Moßmann aus dem Hunsrücker Hochwald mit "Mutmaßungen über Gustav Regler und Worpswede".

"Paraple" gibt es bei "Gau un Griis" in Bouzonville, 2 A Cour de l'abbaye, 57320 Bouzonville, zum Preis von acht Euro plus 1,50 Euro Versandkosten und für acht Euro bei Pieper Bücher in Saarlouis und bei Schreibwaren Theobald in Siersburg.