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Jugend forscht
Erster Platz für Tomaten, Monet und Jonglierkeulen

Tom Binkle gewinnt mit seinem Allergietest für Tomaten den ersten Platz im Fachbereich Chemie bei „Jugend forscht“ in Saarbrücken.
Tom Binkle gewinnt mit seinem Allergietest für Tomaten den ersten Platz im Fachbereich Chemie bei „Jugend forscht“ in Saarbrücken. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Fast 100 kluge Köpfe maßen sich beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Saarbrücken und überzeugten mit pfiffigen Projekten. Von Tabea Pohl

Wieso werden Vokabeln mal besser und mal schlechter gelernt? Und wie hoch ist das Allergiepotenzial roter und gelber Tomaten? Mit diesen und noch vielen weiteren Forschungsfragen beschäftigten sich 97 saarländische Jugendliche beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“. 58 Projekte wurden eingereicht und ausgestellt. In der Aula der Universität des Saarlandes kürten die Veranstalter am Freitagnachmittag die Sieger.


Til Klein (18), Silas Scholl (18) und Simon Friedel (17) belegten mit ihrer LED-Jonglierkeule, die eine Lichtshow im Einklang zu Musik gestalten kann, den ersten Platz im Bereich Technik. Die drei Schüler sind selbst Jongleure und haben für ihr Projekt allerlei technische Aspekte berücksichtigen müssen. Allem voran Gewicht und Balance der Keule.

Der erste Platz im Bereich Arbeitswelt ging an Marie-Luise Gierend (18) und Annika Müller (17). Die beiden Schülerinnen hatten eine Rumpforthese entworfen, die zur Vorbereitung einer Korsetttherapie für Skoliose-Erkrankte dient.



Die Frage, wie das menschliche Gehirn Vokabeln lernt, beschäftigte Konstantin Thüre (19). Mit einem selbst entworfenen Computerlernprogramm ließ er Probanden die Kunstsprache Na’vi aus dem Film „Avatar“ lernen. Zusätzlich zur Auswertung der Ergebnisse visualisierte er die Gehirnaktivitäten in MRT-Untersuchungen. Die Jury lobte vor allem den strukturierten Aufbau der Arbeit. Konstantin erhielt neben dem ersten Platz im Bereich Biologie einen Praktikumsplatz am Forschungszentrum Jülich in Nordrhein-Westfalen. Tom Binkles (17) Themenwahl für sein Forschungsprojekt beruhte auf der Betroffenheit im eigenen Familienkreis. Er untersuchte den Allergengehalt in roten und gelben Tomaten und führte Allergietests mit Blutproben aus seiner Familie durch. Er konnte nachweisen, dass es Toleranzunterschiede bei Tomatensorten gibt. Seine Arbeit brachte ihm den ersten Platz im Bereich Chemie ein.

Im Bereich Mathematik/Informatik punktete Marcel Ullrich (19). Der Informatikstudent entwarf ein Programm, das „Kleinkinder-Skizzen“ in Kunstwerke im Stil von Monet, Renoir und Van Gogh umwandelt.

Den ersten Platz im Bereich Physik sicherten sich Nicolay Braun (14), Simon Jeger (14) und Maxim Trinczek (16). Das Trio untersuchte den Auftrieb und Widerstand eines Flugzeugflügels. Dazu bauten sie eigens einen Windkanal und eine Messvorrichtung und konnten die Jury durch ihre sorgfältige Arbeit überzeugen.

Für die Landessieger geht es nun zum Bundesfinale, das im Mai in Darmstadt stattfindet.