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| 21:50 Uhr

Saarbrücken wird Standort
Erste Entscheidungen für internationale Schule

Das frühere Dudweiler Gymnasium, heute Sitz des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, gilt als Favorit unter den möglichen Standorten für eine internationale Schule. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Das frühere Dudweiler Gymnasium, heute Sitz des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, gilt als Favorit unter den möglichen Standorten für eine internationale Schule. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Die deutsch-englische Einrichtung soll in jedem Fall nach Saarbrücken kommen und auch alle deutschen Abschlüsse anbieten. Von Daniel Kirch
Daniel Kirch

Chefkorrespondent Landespolitik

Der St. Ingberter OB Hans Wagner (parteilos) und Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo (SPD) legten sich mächtig ins Zeug, um für ihre Idee zu werben. Die im Saarland geplante internationale Schule könne doch in St. Ingbert angesiedelt werden, schlugen sie vor. Der ehemalige Neubau für das Leibniz-Gymnasium stehe leer und warte auf eine neue Nutzung, warb Gallo. Wagner meinte: „Wir haben den Platz dafür, sogar ein bezugsfertiges Gebäude. Aber wir haben noch viel mehr.“ Und zwar: kurze Wege zur Uni („vom St. Ingberter Stadtzentrum schneller zu erreichen als aus der Landeshauptstadt“) und zum Flughafen, ein umfassendes Bildungs- und Kulturangebot, „eine ganz besonders liebenswerte Mischung aus bayerischer Tradition und französischem Laissez-faire“, schließlich die Biosphäre.

Doch das Werben blieb erfolglos. Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) hat gestern zwei Pflöcke eingeschlagen. Erstens: Die internationale Schule, in öffentlicher Trägerschaft, kommt nach Saarbrücken. Was Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) sogleich erfreut kommentierte: „Die Landeshauptstadt ist der wirtschaftliche und kulturelle Motor des Landes. Deshalb gehört eine Schule dieses Kalibers auch genau hierher.“ Diskutiert wird über das Gebäude des ehemaligen Dudweiler Gymnasiums, eine Bestätigung fehlt bislang.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) machte gestern deutlich, dass es aus seiner Sicht keine Lösung ist, in bestehende Schulen noch mehr Schüler „reinzupressen“. Schon jetzt platzten viele Gebäude aus allen Nähten. „Wir sind uns deshalb einig, dass wir einen neuen Standort brauchen“, so Gillo. Damit ist die diskutierte Variante, die deutsch-englische Schule dem Gymnasium am Rotenbühl mit seinem bilingualen Englisch-Zweig anzugliedern, vom Tisch.

Zweite Vorentscheidung: Die neue Schule solle alle deutschen Abschlüsse anbieten. Welche internationalen Abschlüsse angeboten werden können, werde gerade geprüft. Die Schule solle Betreuungs- und Unterrichtsangebote von der Grundschule bis zum Abitur anbieten. Zudem sollten im Gesamtkonzept auch Krippe und Kita mitgedacht werden.

Die Schule soll es internationalen Forschern ermöglichen, ins Saarland zu kommen. Der Gründungsdirektor des Helmholtz-Zentrums für Sicherheitsforschung, Professor Michael Backes, will bis 2026 rund 800 Forscher anwerben.

Wichtiger als die Diskussion über den Standort sei das Konzept, sagte der Bildungsminister: „Gute Vorbereitung, solide Rahmenbedingungen, verlässliche Planung. Ich werde keinen 5. Pavillon produzieren. Wir arbeiten bereits intensiv an den Plänen.“ Sein Ministerium habe eine Arbeitsgemeinschaft mit den Schulträgern gebildet. Es habe bereits mehrere Treffen gegeben, und Mitglieder der AG hätten sich schon mehrere internationale Schulen in Deutschland angeschaut.

Britz erklärte, in Saarbrücken werde schon länger über die Idee einer internationalen Schule diskutiert. Eine solche Institution könne das internationale Flair der Stadt und hochwertigen bilingualen Unterricht mit bildungs- und familienpolitischen Zielen verbinden und einen wichtigen Standortvorteil für Saarbrücken schaffen.

Landrat Theophil Gallo (li.) und St. Ingberts OB Hans Wagner boten einen Neubau des Leibniz-Gymnasiums als Standort an – erfolglos.
Landrat Theophil Gallo (li.) und St. Ingberts OB Hans Wagner boten einen Neubau des Leibniz-Gymnasiums als Standort an – erfolglos. FOTO: Michael Hassdenteufel / Stadt St. Ingbert