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Elektronik macht Lernen leichter

Zwei Bilder, zwei Zeiten, ein Ziel: Die heutige „Schule am Webersberg“ feiert am kommenden Dienstag ihr 60-jähriges Bestehen, 1953 wurde sie als Saarländisches Körperbehindertenheim gegründet. Foto: Thorsten Stalter (1)/Schule am Webersberg/SZ
Zwei Bilder, zwei Zeiten, ein Ziel: Die heutige „Schule am Webersberg“ feiert am kommenden Dienstag ihr 60-jähriges Bestehen, 1953 wurde sie als Saarländisches Körperbehindertenheim gegründet. Foto: Thorsten Stalter (1)/Schule am Webersberg/SZ FOTO: Thorsten Stalter (1)/Schule am Webersberg/SZ
Homburg. Angefangen hat alles 1953 als „Saarländisches Körperbehindertenheim“: Am Dienstag wird die Homburger Schule am Webersberg auf dem Gelände des Uniklinikums 60 Jahre alt. Rektor Stefan Friderich war schon 1980 als Zivi dort. Von SZ-MitarbeiterThorsten Wolf

1980 Zivildienstleistender, von 1996 bis 2007 Konrektor, seit 2007 Rektor: Ohne Zweifel, wenn es um die Geschichte der heutigen "Staatlichen Förderschule körperliche und motorische Entwicklung - Schule am Webersberg" geht, kann Stefan Friderich einiges erzählen. Und genau daran tat er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung gut. Denn am kommenden Dienstag, 28. Mai, feiert die Schule, beheimatet am Universitätsklinikum, mit einem großen Festakt ab 13 Uhr in ihrem Festsaal ihren 60. Geburtstag.

Angefangen hat dabei alles am 28. Mai 1953, als die Einrichtung als "Saarländisches Körperbehindertenheim" ihre Pforten öffnete. "Damals war es weniger Schule als Berufsbildungswerk. Das bedeutet, dass die Körperbehinderten hier einen von insgesamt zwölf angebotenen Berufen erlernen konnten." 180 Betten habe die Einrichtung damals gehabt, so Friderich. "Alle haben hier in diesem Haus ihre Heimat gehabt." Im Jahr 1969 kam dann das Angebot der sogenannten Tagesschule dazu: Kinder aus den Kreisen St. Wendel, Neunkirchen, Ottweiler und Homburg wurden täglich an die Schule gebracht, um hier Unterricht zu erhalten, 18 an der Zahl. Mit dem neuen Angebot änderte sich auch das erste Mal seit ihrer Gründung der Name der Einrichtung. Friderich: "Das Haus hieß ab dann 'Staatliche Schule für Körperbehinderte mit Heim'. 2008 erfolgte dann die dritte Umbenennung. "Seit dem sind wir die Schule am Webersberg. Und das ist auch gut so. Denn das hört sich einfach besser an."

Gegenwärtig, so Rektor Stefan Friderich, gebe es 140 Schüler aus dem ganzen Saarland, die in Homburg entsprechende Förderung erhielten, zwölf seien dabei derzeit noch im schuleigenen Internat untergebracht. "Dieses Internat schließt zum Ende des Schuljahres, die betroffenen Schüler werden ein neues Zuhause in Ottweiler finden." Der eigentliche Schulbetrieb für alle 140 Schüler sei von dieser Schließung aber in keiner Weise betroffen (wir berichteten).

Ihren Schützlingen selbst bietet die Einrichtung, die im Homburger Volksmund vielen immer noch als "Körperbehindertenschule" ein Begriff ist, neben zahlreichen Therapieangeboten drei unterschiedliche Bildungsgänge. "Zum einen haben wir Kinder, die schwerst körperlich und geistig behindert sind. Dann haben wir Schüler mit Lern- und Körperbehinderungen. Und wir unterrichten Schüler mit Körperbehinderungen mit dem Ziel des Qualifizierten Hauptschulabschlusses."

Gefragt, wie sich mit den Jahren die Arbeit in der Schule verändert habe, machte Friderich klar, dass vor allem auch neue elektronische Hilfsmittel Leben und Unterrichten deutlich umgestaltet hätten. "In den 1970er Jahren wurden hier zum ersten Mal mehrfach schwerstbehinderte Kinder unterrichtet. Vorher gab es so etwas gar nicht. Die Kinder wurden zu Hause in der Familie betreut. Und wenn man den Zeitraum der vergangenen 15 Jahre betrachtet, haben gerade diese Kinder durch Computer und andere elektronische Hilfsmittel eine enorm verbesserte Förderung und Unterstützung erfahren und unwahrscheinlich viele neue Möglichkeiten bekommen. Da gab es einen großen Fortschritt. Und das ist schon toll."


Rektor Stefan Friderich kennt seine Schule bestens, schon 1980 leistete er dort Zivildienst. Foto: Thorsten Wolf
Rektor Stefan Friderich kennt seine Schule bestens, schon 1980 leistete er dort Zivildienst. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf