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"Einfach ein wunderschönes Gefühl"

Dillingen. Als Schiedsrichter Jörg Probst (Eschringen) um 16.43 Uhr die Landesliga-Partie zwischen dem VfB Dillingen und dem FV Siersburg abpfeift, eröffnet er damit die Feierlichkeiten im Stadion an der Papiermühle in Dillingen. Mehr als 500 Zuschauer feiern den Aufstieg ihres VfB in die Saarlandliga Von SZ-Mitarbeiter Patric Cordier

Dillingen. Als Schiedsrichter Jörg Probst (Eschringen) um 16.43 Uhr die Landesliga-Partie zwischen dem VfB Dillingen und dem FV Siersburg abpfeift, eröffnet er damit die Feierlichkeiten im Stadion an der Papiermühle in Dillingen. Mehr als 500 Zuschauer feiern den Aufstieg ihres VfB in die Saarlandliga. "Das haben wir uns verdient", meint ein überglücklicher Trainer Michael Krätzer, der Sekunden nach dem Abpfiff die erste Sektdusche bekommt. "Wir haben die ganze Saison hart gearbeitet und wurden heute dafür belohnt. Wir sind jetzt 20 Spiele ungeschlagen. Das ist Wahnsinn und damit ist der Titel auch sicher verdient." Wenig später mussten Krätzer und VfB-Kapitän Francesco Schifino ihre Wetteinsätze einlösen und sich von ihren Haaren trennen. "Seit meinem 14. Lebensjahr trage ich die Haare lang", erzählt der 30-jährige Schifino. "Vor der Saison hatte ich gesagt, sie kommen ab, wenn wir den Titel holen. Jetzt stehe ich dazu." Dann kamen auf dem Anstoßpunkt Schere und Rasierer zum Einsatz, die Haarpracht wurde auf sechs Millimeter Länge gestutzt.Dil erlöst DillingenIm Spiel gegen den Nachbarn aus Siersburg waren die VfB-Akteure lange Zeit nicht so schnittig. Erst in der 43. Minute erlöste Torjäger Juri Dil die Dillinger. Nach einem Fehler des Siersburgers Kevin Braun markierte Dill seinen 21. Saisontreffer. Braun musste in der 53. Minute wegen wiederholten Foulspiels vom Feld und schaffte damit den Raum für meisterliche Kombinationen der Dillinger. Auf Flanke von Dil markierte Geburtstagskind Thomas Schönberger, er wurde 27, das 2:0 (61.). "Die Freude über die Meisterschaft überwiegt natürlich die Freude über Tor und Geburtstag", so Schönberger, dessen 30 Minuten älterer Zwillingsbruder Christian erster Gratulant beim Torschützen war: "Die ganze Mannschaft hat sich für Montag Urlaub genommen. Das wird eine richtig lange Feier."Bei der dann sicher auch das 3:0 von Christian Klein nochmals diskutiert wurde: Nach der Flanke des eingewechselten Marc Bellmann traf Klein per Flugkopfball in den Winkel (82.). Ein Traumtor! Das 4:0 drei Minuten später war dann ein Eigentor des Siersburgers Christian Schmitt.Nach neun Jahren in der Landesliga plant der VfB jetzt für die neue Saarlandliga. "Wir sind eine richtig verschworene Gemeinschaft. Wenn einer ausfällt, füllt der Nächste nahtlos die Lücke", beschreibt der kurz geschorene Mannschaftskapitän Francesco Schifino die Stärken des Teams. "Körperlich sind wir topfit, spielerisch müssen wir uns für die Saarlandliga sicher steigern." In der Saarlandliga will auch Routinier Jens Gerlach, dann 39 Jahre alt, wieder mit von der Partie sein. "Ich habe eine Innenbanddehnung im Knie. Am Dienstag im Training ging es bei uns nochmal richtig um die Stammplätze", spaßte der Ex-Profi der SV Elversberg, "ein Jahr werde ich mindestens noch dranhängen."Trainer Michael Krätzer wollte noch nicht so weit in die Zukunft schauen. Für den "Doc" ist diese Meisterschaft der erste Titel seiner Trainerkarriere. "Das ist emotional nur mit meinem Aufstieg in die Bundesliga mit dem 1. FC Saarbrücken zu vergleichen", gab der frühere Klassestürmer Einblicke in seine Gefühlswelt. "Als Trainer ist es nur viel schlimmer, weil du das Geschehen auf dem Feld nicht unmittelbar beeinflussen kannst. Es ist einfach ein wunderschönes Gefühl." "Das ist emotional nur mit meinem Aufstieg mit dem 1. FC Saarbrücken in die Bundesliga zu vergleichen."Michael Krätzer, Trainer in Dillingen