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Eines der größten Talente

Auf dem Sprung nach oben: Leichtathletik-Talent Louisa Grauvogel mit ihrem Trainer Jürgen Müller bei Startübungen. Foto: Rolf Purper
Auf dem Sprung nach oben: Leichtathletik-Talent Louisa Grauvogel mit ihrem Trainer Jürgen Müller bei Startübungen. Foto: Rolf Purper
Ottweiler. Wenn man so vor ihr steht, würde man es ihr eigentlich fast nicht zutrauen. Louisa Grauvogel ist 14 Jahre jung, gertenschlank und wirkt ganz und gar nicht wie eine Kugelstoßerin. Trotzdem haute sie die Kugel bei den deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Cottbus auf erstaunliche 11,40 Meter hinaus Von SZ-Mitarbeiter Rolf Purper

Ottweiler. Wenn man so vor ihr steht, würde man es ihr eigentlich fast nicht zutrauen. Louisa Grauvogel ist 14 Jahre jung, gertenschlank und wirkt ganz und gar nicht wie eine Kugelstoßerin. Trotzdem haute sie die Kugel bei den deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Cottbus auf erstaunliche 11,40 Meter hinaus.Grauvogel wohnt in Ottweiler und ist eine der größten Nachwuchshoffnungen des Saarländischen Leichtathletikverbandes. Denn sie beherrscht nicht nur das Kugelstoßen. In Cottbus wurde Grauvogel im Siebenkampf der weiblichen Jugend W 15 deutsche Meisterin. Sie lief über die 100 Meter 12,35 Sekunden, über 80 Meter Hürden 11,56 Sekunden und die 800 Meter in 2:2201 Minuten. Die Ottweilerin übersprang im Hochsprung die 1,44 Meter, kam im Weitsprung auf 5,67 Meter und schleuderte den Speer auf 36,88 Meter. Mit insgesamt 3981 Punkten ließ sie alle 42 Konkurrentinnen hinter sich. Am Ende dieses Wettkampfs lag sie 40 Punkte vor der zweitplatzierten Pia Prosch von der LG Staufen aus Baden-Württemberg.


In diesem Jahr wurde die 14-Jährige auch süddeutsche Meisterin im Siebenkampf und über 300 Meter Hürden. Die Vize-Meisterschaft holte sie sich im Weitsprung, Speerwerfen und über 100 Meter. Hinzu kommen noch fünf Saarland-Rekorde: Im Siebenkampf, über 80 Meter Hürden, 300 Meter, 300 Meter Hürden und im Blockwettkampf.

Louisas Trainer zu Hause im Stadion am Alten Weiher in Ottweiler ist Jürgen Müller - seit 1972 Übungsleiter bei der LG Saar 70. Er hatte auch schon die ebenfalls aus Ottweiler stammende Lisa Schorr, die es im Sprint bis in die deutsche Spitzenklasse schaffte, unter seinen Fittichen. Er sagt: "Louisa ist ein Multitalent. Bei mir trainiert sie seit drei Jahren, als sie von den Schülern in die Jugend aufrückte. Sie absolviert in Ottweiler wöchentlich drei zweistündige Trainingseinheiten." Und mit seiner Erfahrung weiß Müller: "Sie hat Perspektiven in allen leichtathletischen Disziplinen."



Deshalb wechselte Louisa Grauvogel auch die Schule und besucht jetzt die neunte Klasse des Gymnasiums am Rotenbühl in Saarbrücken. Dort hat sie jetzt wöchentlich sechs Stunden Sport, davon vier in der Leichtathletik. Louisas Vater Gerd sagt: "Die ganze Familie - meine Frau Katja sowie Louisas jüngere, ebenfalls sportbegeisterte Schwestern Hanna und Paula - ist stolz auf Louisa, auch weil sie in der Schule insgesamt sehr gute Leistungen bringt."

Und Gerd Grauvogel weiß auch, warum ein so schlankes Mädchen die Kugel so weit wirft: "Louisa spielte bis zum vergangenen Winter auch ganz ausgezeichnet Handball. Sie ist halt schnell, hat Sprungkraft und natürlich auch was in den Armen." Sie selbst hat noch ein Ziel für dieses Jahr: "Ich möchte in den B-Jugend-Bundeskader aufgenommen werden." Denn sie will ihren sportlichen Idolen nacheifern, der Britin Jessica Ennis und der deutschen Meisterin Jennifer Oeser, die bei der WM in Südkorea Silber und Bronze holten.