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Eine Walze von Format

Neunkirchen. Sie wirkt rank und schlank, die alte Dame namens Laffly. Trotzdem bringt sie beachtliche fünf Tonnen "Lebendgewicht" auf die Waage. Was allerdings wichtig war, denn sie ist eine Motorstraßenwalze und früher musste sie ihre 10 000 Pfund bei jedem Arbeitsgang einbringen

Neunkirchen. Sie wirkt rank und schlank, die alte Dame namens Laffly. Trotzdem bringt sie beachtliche fünf Tonnen "Lebendgewicht" auf die Waage. Was allerdings wichtig war, denn sie ist eine Motorstraßenwalze und früher musste sie ihre 10 000 Pfund bei jedem Arbeitsgang einbringen. Wer von Ottweiler oder Sinnerthal kommend durch den Pläddschesdohle in Richtung Neunkircher Innenstadt fährt, für den ist die Walze kaum zu übersehen. Sie hat ihren Altersruhesitz einige Meter neben dem unter Denkmalschutz stehenden heutigen Druckereigebäude, platziert auf der Grünanlage vor dem Landesbetrieb für Straßenbau. Sie selbst ist auch ein Museumsstück, ein echter Hingucker. Hans-Werner Sommer, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Sonderprojekte des Landesbetriebes für Straßenbau, klärt auf SZ-Anfrage über die Walze auf. Demnach wurde sie 1984 dem damals noch Staatliches Straßenbauamt genannten Landesbetrieb als Dauerleihgabe überlassen. Sie gehörte dem Straßenbauunternehmer Hans Hiry aus Saarlouis. Und über 20 Jahre später am 30. September 2005, als die älteste Motorstraßenwalze der Welt erneut restauriert worden war, schenkte Hiry die Baumaschine dem Land. Bei der feierlichen Übergabe hielt der Enkel von Johann Hiry, der 1890 das Unternehmen gegründet hatte, die Festrede, Überschrift "Mein Leben mit der Walze". Der ursprünglich grüne Anstrich wurde durch blaue Farbe ersetzt. Hans-Werner Sommer: "Damit sie besser vom grünen Rasen vor unserem Hause absticht." rp



Auf einen BlickStichworte zur ältesten Motor-Straßenwalze der Welt. Baujahr: 1924, Fabrikat: A. Laffly, Herstellungsort: Billancourt bei Paris, Typ: Drei-Rad-Walze, Motor: Zwei-Zylinder-Benzinmotor mit Magnetzündung und Handkurbel-Anlasser. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch einen Dieselmotor ersetzt. Getriebe: Zwei Gänge jeweils für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt, Lenkung: Schneckengetriebe mit Kettenzug, Kühlung: flach liegender Kessel mit Kühlrohren und Propellerlüfter, Gewicht: fünf Tonnen. rp