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| 20:16 Uhr

Eine Kunstwiese im Spiegelsaal

Obwohl wegen des Wetters die "Kunstwiese" in Niederwürzbach in den Spiegelsaal des Annahofes verlegt wurde, gab es bei Besuchern und Künstlern nur zufriedene Gesichter. Foto: Cornelia Jung
Obwohl wegen des Wetters die "Kunstwiese" in Niederwürzbach in den Spiegelsaal des Annahofes verlegt wurde, gab es bei Besuchern und Künstlern nur zufriedene Gesichter. Foto: Cornelia Jung
Niederwürzbach. Am Sonntagmittag ging ein sorgenvoller Blick der Organisatoren der "Kunstwiese" auf dem Gelände des Annahofs gen Himmel. Es wäre zu schön gewesen, wenn man die Kunstwerke hätte draußen präsentieren können, aber angesichts der dunklen Wolken zogen die Künstler in den Spiegelsaal um Von SZ-Mitarbeiterin Cornelia Jung

Niederwürzbach. Am Sonntagmittag ging ein sorgenvoller Blick der Organisatoren der "Kunstwiese" auf dem Gelände des Annahofs gen Himmel. Es wäre zu schön gewesen, wenn man die Kunstwerke hätte draußen präsentieren können, aber angesichts der dunklen Wolken zogen die Künstler in den Spiegelsaal um. Für die Bilder war es wohl die richtige Entscheidung, denn nur Minuten später öffnete der Himmel alle Schleusen. "Ich hab mich beim Gewitter geweigert reinzugehen, meine Keramiken verkraften das", lacht Denise Altenkirch. Sie findet das Ambiente toll: "Mir ist der schöne Rahmen wichtig. Ich möchte nicht von Markt zu Markt ziehen." Und dabei "begreifen" die Besucher im wahrsten Sinne des Wortes die kleinen Statuen und Büsten aus Raku-Brand.Da muss die Künstlerin doch den ein oder anderen Kunstfreund zügeln, wenn eine Keramik-Figur am Kopf gefasst und zur Begutachtung kurzerhand umgedreht wird. Mitinitiatorin Sabine Groll kennt das auch: "Wir haben eben nicht nur experimentelle Kunst, sondern auch experimentelle Besucher, die nicht nur durch ihre Augen sehen, sondern auch mit ihrem Tastsinn. Die wollen alles anfassen." Das ist auch nicht falsch, denn so kommt man ins Gespräch, knüpft Kontakte und tauscht sich über die verschiedensten Arbeitstechniken aus. Von elf eingeladenen Künstlern sind neun gekommen, wobei- eigentlich sind es doch zehn - rechnet man Mo Fontaine mit, die krank im Bett lag. "In Gedanken ist sie auf jeden Fall bei uns", so Groll. Auch Brigitte Legrum, die die Waren in der Schnäppchenecke anpreist, ist in Gedanken bei ihrer Freundin, schließlich hatte diese sie gebeten, als Kunst-Verkäuferin zu fungieren. Für einige Künstler sei es richtig gut hier gelaufen, wobei Raku-Keramiken und die kleinformatigen Aquarelle am Besten gingen. Das sprach auch die Leute mit kleinem Geldbeutel an, die trotzdem ein Original mit nach Hause nehmen wollten. "Wir sind mit der Schnäppchenecke zufrieden, haben auch ein kunstsinniges Publikum", resümiert Brigitte Legrum. Kaum ausgesprochen, wechselte eine Keramik-Figur für 30 Euro den Besitzer. "Da haben Sie ein Schnäppchen gemacht und Sie haben eine echte ,Altenkirch' erstanden. Die wird nochmal wertvoll", freut sich Brigitte Legrum mit der Käuferin. Allerdings wäre das Kunstwerk auch so verkauft worden, hatte doch die "Verkäuferin" selbst ein Auge drauf geworfen. Die Stimmung und Resonanz war gut, das Organisationsteam um Mo Fontaine, Sabine Groll und Silke Manderscheid ist zufrieden. "Das Dreierteam hat sich bewährt", erzählt Sabine Groll, "denn wir haben die Ideen zusammen geboren und Silke hat sie dann grafisch umgesetzt." Silke Manderscheid gefiel die Vielfalt: "Für jeden Geschmack ist da was dabei, denn jeder Stil ist komplett anders."

Die Künstler sind froh, dass sie sich in Niederwürzbach eine Bühne geben konnten und wollen die "Kunstwiese" als festes Event etablieren. Dabei sagte auch die Beigeordnete der Stadt Blieskastel Brigitte Adamek-Rinderle bei der Eröffnung ihre Unterstützung zu, indem sie in Zukunft ein größeres Augenmerk auf diese Veranstaltung richten will. Auch Jürgen Kaffke, Besitzer des Annahofes, war begeistert: "Ich finde es toll, dass die Damen alles gemanagt haben. Ich habe nur die Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Das kommt auch alles von innen heraus, da wirkt nichts aufgesetzt." Nur einer war nicht ganz so glücklich, denn der gebürtige Brasilianer Claiton Rodrigues, der seine Bilder auf der "Kunstwiese" ausstellte, "wäre lieber draußen auf der Wiese gewesen". Aber selbst das Wetter würde ihn im nächsten Jahr nicht davon abhalten, nochmal zu kommen. Und das sagt doch alles.