| 20:09 Uhr

Ein Torjäger meldet sich zurück

Andy Dörr ist einer der torhungrigsten Wölfe. Wegen eines Bandscheibenvorfalls konnte er aber vier Monate nicht spielen. Foto: rup
Andy Dörr ist einer der torhungrigsten Wölfe. Wegen eines Bandscheibenvorfalls konnte er aber vier Monate nicht spielen. Foto: rup
Merzig. Tore werfen, möglichst viele - das ist der Job von Andy Dörr. Das Durchsetzungsvermögen des wurfgewaltigen Linkshänders in Diensten des Handball-Regionalligisten HF Untere Saar ist exzellent, die präzisen Fernwürfe sind gefürchtet, seine Trefferquote ist extrem hoch. In punkto Torgefährlichkeit kommt an den 29 Jahre alten Rückraumspieler in der Regionalliga so schnell keiner ran Von SZ-Mitarbeiter Roland Schmidt

Merzig. Tore werfen, möglichst viele - das ist der Job von Andy Dörr. Das Durchsetzungsvermögen des wurfgewaltigen Linkshänders in Diensten des Handball-Regionalligisten HF Untere Saar ist exzellent, die präzisen Fernwürfe sind gefürchtet, seine Trefferquote ist extrem hoch. In punkto Torgefährlichkeit kommt an den 29 Jahre alten Rückraumspieler in der Regionalliga so schnell keiner ran. Dies gilt allerdings nur, wenn Dörr hundertprozentig fit ist. Und topfit, das war der 1,90-Meter-Mann in den letzten vier Monaten leider nicht. Morgen, 19.30 Uhr, ist es aber endlich wieder soweit. Im Heimspiel gegen den TV Offenbach will sich Andreas Dörr nach einem überstandenen Bandscheiben-Vorfall in der Merziger Thielspark-Halle wieder das Wölfe-Trikot überstreifen. Seinen Aushilfsjob an der Videokamera hat der Ottweilerer gern erledigt, auch wenn er in den letzten Wochen immer kribbeliger wurde und das Gerät kaum noch ruhig halten konnte. "Die Filme hatten sicherlich einige Aussetzer. Aber alles in allem war der Trainer mit meiner Arbeit doch sehr zufrieden", grinst Dörr, der in den verwackelten Aufzeichnungen nicht den Grund sieht, warum ihn Berthold Kreuser gegen Offenbach wieder im Kader sehen möchte. "Ich bin seit sechs Wochen schmerzfrei, seit drei Wochen trainiere ich wieder mit der Mannschaft. Ein kurzer Einsatz ist möglich", freut sich Dörr auf sein Comeback. An das 32:32-Remis in Offenbach denkt er nur ungern zurück. Das sei das schlechteste Spiel in dieser Saison gewesen, stöhnt Dörr, da habe Merzig am Samstag etwas gut zu machen. "Unerklärlicherweise kam damals ein gewaltiger Bruch ins Spiel. Wir haben mit neun Toren geführt und konnten am Ende mit dem einen Punkt froh sein", erinnert er sich. Als Ralf Kreibig in letzter Sekunde den erlösenden Treffer erzielte, saß Dörr nach seiner dritten Zeitstrafe auf der Tribüne. "Deshalb erinnere ich mich auch so gut an die Schluss-Sekunden", schmunzelt der Rot-Sünder. Im folgenden Heimspiel gegen Groß-Umstadt mischte Dörr noch munter mit. Nach der Weihnachtspause schmerzte dann eines Morgens sein Rücken. Diagnose: Bandscheiben-Vorfall. "Mein Dritter", war Dörr geschockt. Und wieder schloss sich eine lange Leidenszeit an, mit Krankengymnastik, Infusionen, Spritzen und einer zehntägigen Schmerz-Therapie im evangelischen Krankenhaus in Saarbrücken. Auf Anraten zweier Spezialisten aus München versuchte Dörr, mit der konservativen Behandlung die drohende Operation zu umgehen. Mit Erfolg. Dörr kann wieder spielen, so viel steht fest. Weil aber auch Torjäger-Kollege Jens Ehrich nach seiner langwierigen Knieverletzung wieder zum Einsatz kommen wird, könnte der Platz an der Video-Kamera am Samstag verwaist sein. Andy Dörr wird es egal sein. Sein persönliches Ziel in den letzten drei Spielen formuliert er so: "Endlich wieder Regionalliga-Luft schnuppern und helfen, unsere gute erste Regionalliga-Saison vielleicht mit zwei Heimsiegen abzuschließen."