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Ein tolles Dutzend auf der Bühne

Homburg. Musikalisch begann das neue Jahr mit einem echten Sahnestückchen. Im Kulturzentrum Saalbau war am Donnerstagabend das weithin bekannte Ensemble "Zwölf Tenöre" zu Gast und faszinierte das Publikum bis zur letzten Minute Von SZ-Mitarbeiter Michael Schneider

Homburg. Musikalisch begann das neue Jahr mit einem echten Sahnestückchen. Im Kulturzentrum Saalbau war am Donnerstagabend das weithin bekannte Ensemble "Zwölf Tenöre" zu Gast und faszinierte das Publikum bis zur letzten Minute. Nicht weniger begeistert waren die zwölf Sänger und ihre ausschließlich aus Frauen formierte Begleitband, denn beim Blick in den Saal sahen sie eine Traumkulisse. So gut wie kein Platz war mehr frei, und sogar auf der Empore drängten sich die Musikfreunde.Die kamen hauptsächlich aus dem Saarpfalz-Kreis und der Westpfalz, aber es gab auch Zuhörer, die eine längere Anfahrt in Kauf genommen hatten, um die zwölf Tenöre einmal ganz nah zu erleben. "Den Tag hatte ich schon lange in meinem Kalender vorgemerkt. Dieses Konzert musste ich einfach besuchen", schwärmte Hildegard Weber. Sie war aus Speyer nach Homburg gekommen. Der Besuch bei Verwandten in der Kreisstadt ließ sich so mit einem nicht alltäglichen Konzertbesuch verbinden.


Viel hatte schon Karl-Heinz Deckarm aus Homburg über die zwölf Tenöre gehört. "Endlich haben wir Gelegenheit, diese tollen Sänger auf der Bühne zu erleben", war Deckarm froh darüber, Karten für sich und seine Frau bekommen zu haben. So schnell wird auch Joachim Biermaier den Konzertabend nicht vergessen. "Ich hätte mich sehr geärgert, wenn ich diese Gelegenheit nicht genutzt hätte", berichtete er und hielt stolz die Eintrittskarten in die Höhe.

Gut 400 Karten waren schon im Vorverkauf weggegangen, war am Eingang zum Saalbau zu vernehmen. Da lag der Schluss nahe, dass die zwölf Tenöre ein großer Erfolg in Homburg sein würden.



16 Lieder aus dem großen, international geprägten Repertoire sangen die Tenöre zur Begeisterung des Homburger Publikums. Dabei waren echte Klassiker, aber auch neuere Titel, die bis in unsere Tage die Hitparaden erklommen.

Noch in lebhafter Erinnerung ist der 2009 verstorbene Superstar Michael Jackson. An ihn erinnerte "Thriller", einer der ersten großen Erfolge von "Jacko".

Mit dem Klassiker "Funiculi, Funicula" hatten die Tenöre aus vielen Ländern das Programm im voll besetzten Saalbau eröffnet. Die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden richtig lebendig, als es hieß "Veronika, der Lenz ist da". Das war nicht nur das Zusammenwirken von zwölf fantastischen Stimmen, das war auch eine Bühnenshow, die vor Energie sprühte und deren Lichteffekte den ganzen Abend über für viel Leben auf der Bühne sorgten.

Da sage noch einer, mit einer einzigen Stimmlage ließe sich kein aufregendes Konzert gestalten. Was die zwölf Tenöre an diesem Abend boten, war nicht nur stimmlich herausragend, sondern bewies eine beinah überschäumende Fantasie bei der Präsentation von Titeln.

Die glaubte man zu kennen, aber was etwa bei der Pop-Hymne "Music" aus den 80-er Jahren über die Bühne ging, machte aus diesem Top-Hit von damals etwas aufregend Neues, gesungen mit Stimmen, die man bis zu diesem Abend dem Opernhaus vorbehalten zu sein glaubte.

Mitreißend war der Tom-Jones-Hit "Delilah", und wenn gerade die 60er und 70er an der Reihe waren, müssen die brillant gesungenen Hits "Come Together" oder "Good Vibrations" hier genannt werden.

Nicht nur der Joe-Cocker-Knaller "You can leave your hat on" ging richtig unter die Haut, auch deutsche Klänge wurden geradezu zelebriert, so etwa "Dein ist mein ganzes Herz", den Heinz Rudolf Kunze im Original gesungen hatte.

Die Fan-Gemeinde der zwölf Tenöre ist nach diesem Konzert bestimmt noch um einiges größer geworden.