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Ein tiefgehendes Konzerterlebnis

Homburg. Einen nicht alltäglichen Musikgenuss verdanken die Besucher der protestantischen Stadtkirche Homburg dem Bläserensemble des Pfälzischen Posaunendienstes (wir berichteten). Nach 16 Jahren waren die Musikerinnen und Musiker wieder einmal in der Stadtkirche zu Gast. Eingeladen hatte sie dazu Bezirkskantor Stefan Ulrich Von SZ-Mitarbeiter Michael Schneider

Homburg. Einen nicht alltäglichen Musikgenuss verdanken die Besucher der protestantischen Stadtkirche Homburg dem Bläserensemble des Pfälzischen Posaunendienstes (wir berichteten). Nach 16 Jahren waren die Musikerinnen und Musiker wieder einmal in der Stadtkirche zu Gast. Eingeladen hatte sie dazu Bezirkskantor Stefan Ulrich. Das hatte er nicht zuletzt auch in seiner Eigenschaft als Mitstreiter im "Verein zur Förderung der Kirchenmusik in der Protestantischen Stadtkirche Homburg " geschafft. Das Konzert, das Kompositionen vom 16. Jahrhundert bis heute umfasste, wies das Bläserensemble aus der Vorderpfalz als hochkarätigen Klangkörper aus, der Kirchenmusik zum tief gehenden Erlebnis macht, in welchem äußeren Rahmen auch immer es auftritt. So spannten Stefan Ulrich, der den Part der Orgelwerke übernommen hatte, und das von Kirchenmusikdirektor Traugott Baur dirigierte Bläserensemble den Bogen von den manchmal verspielt wirkenden Klängen des Felix Mendelssohn Bartholdy (Präludium und Fuge in c-Moll) bis zur kraftvoll und wuchtig wirkenden "Fanfare" von Johannes Matthias Michel, dem zeitgenössischen Komponisten des Jahrgangs 1962. Bläser und Orgel hatten das Konzert auf der Empore mit John Stanleys "Trumpet Tune" gemeinsam eröffnet, einem wirklich mitreißenden Werk. Die Bläser wechselten danach von der Empore, wohin sie zum furiosen Finale mit der "Fanfare" wieder zurückkehrten. Abwechselnd waren die Stücke nun, an der Orgel oder von den Bläsern gespielt, zu genießen. Prächtig wirkten die Bearbeitungen von Mendelssohn'schen Kompositionen, vom "Abendsegen" bis zum "Wachet auf", das im Lauf des Kirchenjahres sonst eher in der Adventszeit zu Hause ist. Voller Kraft war die "Bruckner-Etüde für das tiefe Blech", die unweigerlich einen Satz aus Goethes Faust in Erinnerung rief: "Wenn das Gewölbe widerhallt, spürst du des Basses Grundgewalt". Für drei Trompeten und Orgel war das Kirchenlied "Nun danket alle Gott" bearbeitet, das so ausgefeilt und voller Fantasie selten zu hören ist. Natürlich fand sich im Programm auch ein Werk von Joseph Haydn, von dem die Bläser Allegro con spirito und Adagio aus der "Schöpfung" ausgesucht hatten. Mehr als 150 Jahre machte der Zeitsprung von dieser klassischen Komposition zum "Rondo" für Orgel aus, das Stefan Ulrich selbst komponiert hat. Das ideale Zusammenwirken von Organist und Bläsern begeisterte Musiker und Zuhörer gleichermaßen, wie Traugott Baur am Ende voller Enthusiasmus sagte. Und er ließ eine Hoffnung folgen: "Hoffentlich dauert es dieses Mal nicht mehr so lange, bis wir wieder gemeinsam spielen." Zuvor hatten die Besucher vier Strophen des Liedes "Hinunter ist der Sonne Schein" von Reinhard Grimm gesungen, von Orgel und Bläsern im Wechsel begleitet. "Steht auf, kommt zusammen" war die Zugabe nach anhaltendem Applaus, und die zweite Zugabe war zugleich klingende Gratulation an Dieter Oldenburg, der an seinem Geburtstag in die Kirche gekommen war.