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Ein Projekt, von dem Kinder auf jeden Fall profitieren können

Malstatt. Freudenrufe künden von der Begeisterung im Musiksaal der Kirchbergschule. Das "Percussion-Projekt" ist eben kein trockener Schulunterricht. Bereits in der Aufwärmphase, wenn nur gesprochen und geklatscht wird, ist Überschwang spürbar. Der Rhythmus ist immer präsent Von SZ-Mitarbeiter Stefan Uhrmacher

Malstatt. Freudenrufe künden von der Begeisterung im Musiksaal der Kirchbergschule. Das "Percussion-Projekt" ist eben kein trockener Schulunterricht. Bereits in der Aufwärmphase, wenn nur gesprochen und geklatscht wird, ist Überschwang spürbar. Der Rhythmus ist immer präsent. Selbst der Gang zu den so genannten Übungspads - Gummikissen, die für jedes Kind als Ersatz für eine Trommel auf Tischreihen ausgelegt sind - geschieht im Takt. Nun wird zu den Trommelstöcken gegriffen und eingehend die korrekte Haltung geübt, zunächst jede Hand einzeln. Erst dann gibt's grünes Licht zum Trommeln auf den Pads. Und zum Abschluss der Stunde darf der Nachwuchs noch ein "richtiges" Schlaginstrument bestaunen und betasten - eine in Afrika beheimatete kelchförmige Trommel namens Djembe. Seit März kommen die drei ersten Klassen der Kirchberg-Grundschule in Malstatt in den Genuss des Percussion-Unterrichts. Rund 70 Kinder werden einmal pro Woche von den Instrumentallehrerinnen Birgit Ibelshäuser (Schlagzeug, musikalische Früherziehung) und Esther Klein (musikalische Früherziehung) von der städtischen Musikschule besucht. Die Schule sorgte für die Anschub-Finanzierung und berät bei der Suche nach Sponsoren, erklärt Musikschulchef Thomas Kitzig. Kirchberg-Schulleiterin Silke Möckl stellt ihrerseits hauseigene Infrastruktur zur Verfügung, so zu Elternabenden und Vorspielen. Teil des Konzepts: Die drei Klassenlehrerinnen werden eingebunden, sie sind beim Percussion-Unterricht dabei und üben über die Woche mit den Schülern. Damit das fundiert passiert, erhalten die Lehrerinnen zurzeit Extra-Instruktionsstunden von den Musikschul-Damen. Obwohl das Projekt noch so jung ist, können Ibelshäuser und Klein bei den Kindern bereits deutliche Fortschritte feststellen: So habe sich "Wachsamkeit entwickelt", sie reagierten mehr auf Körpersprache und Zeichen. Und rhythmisch hätten sie sich auch schon verbessert. Ziel sei ein "allgemeiner Zugang zur Musik"; der Unterricht stelle eine Mischform mit Schwerpunkt Perkussion plus elementare Musikpädagogik dar. Dazu gehöre auch das Musik-Hören, sich dazu zu bewegen und das Ausdrücken von Musik über die Bewegung. Die Schlagzeug-Palette reiche von Körper-Perkussion bis hin zu Stabspielen und zum kompletten Drumset - zwei davon seien im Haus vorhanden. Das über vier Jahre laufende Projekt sei eine tolle Grundlage, von dem die Kinder profitieren, finden Ibelshäuser und Klein, "egal in welche Richtung sie nachher gehen. Für jedes andere Instrument und als Konsumenten, wenn sie Musik hören." "Es hat sich Wachsamkeit entwickelt."Birgit Ibelshäuser und Esther Klein, Instrumentallehrerinnen