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Kommentar
Ein Notruf, den man ernst nehmen muss

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Juristen  halten wenig von „Verfassungskosmetik“ durch Staatziel-Zusätze. Andere winken ab, weil  sie die Politik nicht mit einem preisgünstigen, zugleich prestigeträchtigen  Symbolhandeln davon kommen lassen wollen.

Wirkungslosigkeit ist das Hauptargument aller Skeptiker. Tatsächlich gewinnen die Ehrenamtler mit einem Staatsziel Ehrenamt keinen Haushaltstitel.


Trotzdem verdient der Vorstoß der LAG Pro Ehrenamt eine ernsthafte Debatte. Allein schon deshalb, weil die Betroffenen sich diese Form von symbolischer Absicherung wünschen. Sie funken einen Notruf, das sollte die Politik wach machen.  Denn das, was die freiwillig Aktiven für das Gemeinwohl leisten, ist nicht nur ein wertvolles, es ist ein unersetzliches Gut im demokratischen System. Daraus entspringt ein Fürsorge- und Unterstützungs-Auftrag des Staates. Womöglich braucht man dafür kein  Staatsziel Ehrenamt, sondern nur verbindlichere Förderstrukturen im Land.