| 21:09 Uhr

Ein Meter bis zum Hochwasser

Saarbrücken. Am Wochenende wurde die Saar für die Schifffahrt durch Saarbrücken gesperrt. Gestern blickten auch Fußgänger unter Regenschirmen und Autofahrer hinter Scheibenwischern im Dauerbetrieb sorgenvoll auf den Fluss. Der schien bedrohlich nahe an die Autobahn heranzukommen Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Am Wochenende wurde die Saar für die Schifffahrt durch Saarbrücken gesperrt. Gestern blickten auch Fußgänger unter Regenschirmen und Autofahrer hinter Scheibenwischern im Dauerbetrieb sorgenvoll auf den Fluss. Der schien bedrohlich nahe an die Autobahn heranzukommen. Ist es also bald wieder so weit, dass Keller unter Wasser stehen und die Stadtautobahn gesperrt wird?Bernd Kammer, der Hochwasserexperte im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, gibt Entwarnung - vorerst. Am Wochenende stieg der Pegel der Saar in Saarbrücken zwar auf fast drei Meter. Gestern sank er allerdings wieder etwas und war ein gutes Stück von der kritischen Marke von 3,90 Metern entfernt.Die Lage sei aber so, dass jeder Niederschlag dazu führe, dass der Pegel direkt steigt. Weil es nach Informationen Kammers weiterregnen wird, werde die Saar in Saarbrücken am Mittwoch wieder die Drei-Meter-Marke erreichen. Kammer geht aber davon aus, dass der Pegel nach Erreichen dieses Scheitelpunkts wieder fällt.Der Schifffsverkehr wird in der Landeshauptstadt allerdings schon ab 2,30 Metern Wasserhöhe gesperrt, sagt Albert Schöpflin, der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamts Saarbrücken. Dass in Saarbrücken schon bei diesem vergleichsweise niedrigen Pegel keine Schiffe fahren dürfen, liege daran, dass es in der Stadt viele Brücken mit Pfeilern in der Saar gibt. "Da kann schwer navigiert werden", erklärt Albert Schöpflin. Im Flussverlauf Richtung Mosel seien dann kaum noch Hindernisse in der Saar, so dass dort noch Schiffe fahren können, wenn die Saar in der Landeshauptstadt schon gesperrt ist.