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Ein lehrreicher Härtetest

Chinas U16-Nationalspielerin Fan (rechts) setzt Kim Fellhauer im Zweikampf unter Druck. Fotos: Wieck
Chinas U16-Nationalspielerin Fan (rechts) setzt Kim Fellhauer im Zweikampf unter Druck. Fotos: Wieck
Kirkel. Die chinesische U16-Nationalmannschaft war in der Partie gegen die B-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken technisch und körperlich überlegen – und gewann 2:0. FCS-Trainer Pascal Völkle war aber dennoch zufrieden. Von SZ-Mitarbeiter Alexander Zewe

Die U17-Juniorinnen des 1. FC Saarbrücken haben sich am Montag im Rahmen der Kirkeler Fußballwoche beim 0:2 gegen die chinesische U16-Nationalmannschaft achtbar geschlagen. Chinas U16 befindet sich zur Zeit im Trainingslager in Bitburg und bereitet sich auf die Asienmeisterschaften im September vor. "Die Mädels brauchen Spielpraxis, daher war uns Saarbrücken als Bundesligist ein willkommener Gegner", erklärt Chinas Organisationsleiter Armin Friedrich. Auch der FCS befindet sich in der Vorbereitung zur neuen Saison und nutzte das Duell als Härtetest. Für Trainer Pascal Völkle und seine Mannschaft war die Begegnung eine lehrreiche Erfahrung. "Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die auch so manchen Damen-Bundesligisten vor große Probleme gestellt hätte", ist sich Völkle sicher.

Winckler mit starken Paraden

Von Beginn an waren die körperlich und technisch überlegenen Chinesinnen spielbestimmend und kamen zu mehreren Chancen. Doch die Saarbrücker Defensive hielt bis zur 24. Minute stand. Ein Abstimmungsfehler in der Hintermannschaft führte dann jedoch zur verdienten Führung für Chinas U16. Die groß gewachsene Stürmerin Wu nutzte eine präzise Flanke eiskalt zum 1:0. In bester Klose-Manier schraubte sie sich in den Kirkeler Abendhimmel und köpfte den Ball unhaltbar ins rechte Eck. In der kurz darauf folgenden Trinkpause forderte Völkle von seinen Mädchen mehr Kommunikation, um zukünftig solche Fehler zu vermeiden - doch das Spiel der Chinesinnen wurde immer dominanter. Bis zur Pause konnten sich die Saarbrückerinnen bei ihrer Torfrau Nadine Winckler bedanken, die durch zahlreiche bärenstarke Paraden die Partie offen hielt.

Chinas Fußball im Umbruch

Im zweiten Abschnitt änderte sich nicht viel. China drückte, stellte Saarbrückens Defensive immer wieder durch Steilpässe vor Probleme. Armin Friedrich zeigte sich begeistert von den frisch einstudierten Spielzügen seiner Chinesinnen. "Es ist fantastisch, wie sie ihre Positionen halten. Sie spielen taktisch unheimlich diszipliniert. Wir haben das Ganze gestern erst einstudiert", schwärmt er. Der chinesische Fußball befindet sich zur Zeit im Umbruch. Stefan Lottermann, ehemaliger Bundesliga-Profi bei Eintracht Frankfurt, ist seit ein paar Jahren für die Trainerausbildung in China zuständig und fordert einen moderneren Fußball, der schon in der Nachwuchsausbildung praktiziert werden soll. "Wenn wir so konsequent unsere Taktik durchziehen, haben wir auch bei den Asienmeisterschaften unsere Chancen", ist sich Friedrich sicher.

An der Torgefährlichkeit müssen die Chinesinnen aber noch arbeiten. Trotz zahlreicher Großchancen gelang gegen den FCS nur noch der Treffer zum 2:0 durch Fan (59.). "Torschuss steht erst morgen auf dem Programm", nahm Friedrich die vielen vergebenen Chancen mit Humor. Auch Saarbrückens Trainer Pascal Völkle war am Ende zufrieden: "Unser Defensivverhalten war ganz in Ordnung. Aber wir können noch einiges verbessern."



Die Saarbrücker Trainer Pascal Völkle (hinten Mitte) und Markus Klimt (hinten rechts) stellen ihre Mannschaft auf das Spiel gegen die angriffsstarken Chinesinnen ein.
Die Saarbrücker Trainer Pascal Völkle (hinten Mitte) und Markus Klimt (hinten rechts) stellen ihre Mannschaft auf das Spiel gegen die angriffsstarken Chinesinnen ein.