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Ein Jahr mehr für das Bergbau-„Erbe“

Der rote wird (mit Kohle) zum schwarzen Minister: Ulrich Commerçon (SPD) mit Kindern des Ferienprogramms des St. Ingberter Kinderschutzbundes im „Erbe“, rechts Reinhard Klimmt. Foto: Becker&Bredel
Der rote wird (mit Kohle) zum schwarzen Minister: Ulrich Commerçon (SPD) mit Kindern des Ferienprogramms des St. Ingberter Kinderschutzbundes im „Erbe“, rechts Reinhard Klimmt. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Reden. Die Landesausstellung zum Ende des Bergbaus wird, wie gemeldet, länger in Reden bleiben und dort Teil eines neuen pädagogischen Konzeptes. Rund 500 000 Euro kostet die zunächst auf ein Jahr angelegte Fortführung. Gestern war der Kultusminister vor Ort. Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Verlängert ja, aber wie lange? Die Ministerpräsidentin, die am Dienstag in der SZ die Fortführung der Redener Bergbau-Ausstellung bekannt gab, schwieg sich darüber aus. Gestern lieferte der "Erbe"-Beauftragte Karl Kleineberg die Information nach. Das Team stelle sich auf eine einjährige Zusatz-Zeit ein, bis Ende 2014, sagte er anlässlich eines Besuchs des Kultusministers in Reden. Ulrich Commerçon (SPD) hatte den Ausstellungs-Koordinator, Ministerpräsident a.D. Reinhard Klimmt (SPD), dabei und mischte sich unter 60 Kinder des St. Ingberter Kinderschutzbundes. Die verpassten dem Minister das angemessene Untertage-Outfit, malten ihm mit Kohle aus Ensdorf das Gesicht schwarz. "So werd' ich hier zum schwarzen Minister", lachte Commerçon.

Er nutzte den Anlass, das neue pädagogische Konzept "Außerschulischer Lernort" zu skizzieren. Reden sieht er in der Vorreiterrolle; andere Einrichtungen, etwa von Firmen, könnten folgen, meinte er. "Es geht nicht darum, Schulausflüge zu organisieren, sondern ein Lern- und Unterrichtsangebot außerhalb der Schulklasse zu schaffen. Dafür müssen Standards erarbeitet werden." Commerçon möchte den Begriff außerschulischer Lernort (ASL) als "Qualitätssiegel" entwickeln. Bekanntlich existiert dafür bereits eine Arbeitsgruppe im Ministerium, der unter anderem Kleineberg angehört. Der sagte: "Es muss einen Mehrwert für die Schulen haben und es muss den Lehrern, etwa durch organisierte Bustransfers, leicht gemacht werden, die Orte aufzusuchen." Klimmt konstatierte, dass bisher noch nicht genügend Schulklassen in der Ausstellung gewesen seien. Zwar sei man mit der Resonanz (23 000) mittlerweile zufrieden, jedoch sei noch viel Luft nach oben. Die Planungssicherheit für 2014 erlaube, bereits jetzt die Gruppen-Werbung für 2014 anlaufen lassen. "Wir haben kein Akzeptanzproblem. Wer kommt, ist begeistert", so Klimmt. "Das Erbe" müsse jedoch präsenter, wahrnehmbarer werden.

Wer soll die Plakate, die Werbung, bezahlen? Allein die Betriebskosten für ein Jahr bezifferte Kleineberg auf 500 000 Euro (minus die Eintrittseinnahmen). Wer diese Summe für 2014 übernehme, sei noch unklar. Man hofft auf die RAG. Laut Klimmt gibt es eine Absichtserklärung des Unternehmens, die Ausstellung weiterzuführen, womöglich bis 2018, wenn bundesweit der Bergbau auslaufe. All das sehen die Grünen kritisch. Sie sprechen von Geldverschwendung: "Keine weiteren Haushaltsmittel für die Ausstellung!", ließ sich gestern Fraktionschef Hubert Ulrich vernehmen. Die Besucherzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, die Saarländer hätten kein Interesse an der von der Landesregierung gepflegten Erinnerungskultur, meint er. Er fordert die Landesregierung auf, "einen Schlussstrich zu ziehen und die Schau in die bestehende Museumslandschaft zu überführen."