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Ein Insekt als Meister im Tarnen

Dieses gut getarnte Abend-Pfauenauge sorgte in der Birkensiedlung für einige Verwirrung. Foto: SZ-Redaktion
Dieses gut getarnte Abend-Pfauenauge sorgte in der Birkensiedlung für einige Verwirrung. Foto: SZ-Redaktion FOTO: SZ-Redaktion
Homburg. Ein seltenes Insekt hat am Samstagabend beim Grillen von Richard Schorer in der Birkensiedlung für einige Verwirrung gesorgt. „Am Tischbein hat sich plötzlich etwas bewegt“, sagt Schorer im Gespräch mit unserer Zeitung. jkn

Es sei mit seiner brauen Farbe gut getarnt gewesen. Keiner habe sich so richtig an den Falter herangetraut. "Wir hatten so ein Tier noch nie vorher gesehen", schildert Schorer die Begegnung mit dem bis dato unbekannten Insekt. Was war zu tun? Das Insekt wurde nach kurzer Beratschlagung schließlich unverletzt in ein Behältnis gebracht.

Dann begann die Suche. Bücher wurden gewälzt, im Internet nachgeschaut, Bekannte und Freunde befragt. Es gab Hinweise, doch keine, die das Tier exakt benennen konnten. Doch dann kam am Montag "Kollege Zufall" zur Hilfe. Am Arbeitsplatz erzählte Schorer von dem seltsamen Wesen. Dann kam der Hinweis auf einen Insekten-Kenner. Dieser habe bereits beim ersten Blick das Insekt erkannt: Abend-Pfauenauge.

Es sei ein Perfektionist im Tarnen. Wenn es gestört werde, würde das Abend-Pfauenauge seine Flügel spreizen, die eine Spannweite zwischen 60 und 80 Millimetern hätten. Dann könne man seine Augenflügel erkennen. Dies schrecke die Angreifer ab. Schorer erzählt auch, dass das Insekt in Nordafrika und in Mitteleuropa vorkomme. Die Tiere überleben die kalte Jahreszeit als Puppe bis zu 30 Zentimeter im Boden. Sie ernähren sich vor allem von Blättern der Weide und der Pappel. Manchmal fressen die Raupen auch Birkenblätter. Vielleicht hatte dieses Abend-Pfauenauge eine besondere Vorliebe für Birken und ist deshalb in der gleichnamigen Siedlung gelandet. Übrigens: Das Tier ist wieder in die Natur zurückgekehrt.